Moers: Rechtsrockkonzerte verhindern!
zuletzt aktualisiert: 20.05.2008Moers (RPO). Philipp Küppersbusch hat die Demo angemeldet.
Philipp Küpperbusch hat eine Demonstration gegen das Konzert der Band „Hungrige Wölfe/Kategorie C“ am Freitag im Moerser Club Coyote angemeldet. Der 25-Jährige ist Ratsmitglied der Grünen, hat die Demo jedoch als Einzelperson angemeldet, berichtet er im Gespräch mit RP-Redakteur Christian Schroeder.
Herr Küpperbusch, was befürchten Sie von dem Konzert?
Philipp Küpperbusch Die Band war erst im März hier, jetzt kommt sie schon wieder. Ich befürchte, dass sie sich hier „etablieren“ und regelmäßig Konzerte geben möchte. Das könnte aber bedeuten, dass Bahnhof und Umfeld des Club Coyote regelmäßig von Fans der Band bevölkert werden – und die Gegend zu einer Art „No-go-Area“ für Leute wird, die eventuell nicht ins Bild des „Hungrige-Wölfe“-Publikums passen.
Die Band selbst gibt an, unpolitisch zu sein weder rechte noch linke Parolen zu dulden.
Küpperbusch Ich weiß, dass sich die Musikgruppe offiziell von politischen Inhalten jedweder Art distanziert. Dennoch bedienen die „Hungrige Wölfe“ mit ihrer Musik das rechts-offene Hooligan-Spektrum und versuchen nicht mit rassistischen Vorurteilen, die in dieser Szene einen Nährboden finden und die auch von den Mitgliedern der Band bis vor gar nicht allzu langer Zeit geteilt wurden, aufzuräumen. Das finden nicht nur ich und andere aus dem Bündnis gegen Rechtsrock bedenklich, sondern auch Fußballfans sehen es als falsches Zeichen an, eine Hooligan-Musikgruppe kurz vor der Europameisterschaft hier in Moers auftreten zu lassen. Es entsteht der Eindruck, dass die Band sich von politischen Inhalten distanziert, weil diese der eigenen Vermarktung im Weg stehen, nicht weil sie davon überzeugt ist, dass Rassismus und Ausländerfeindlichkeit falsch sind. Von den „Fans“ der Band mal ganz zu schweigen.
Am liebsten hätten Sie es, wenn das Konzert noch abgesagt wird.
Küpperbusch Ja, das wünschen wir uns. Findet es statt, möchten wir am liebsten mit dem Demonstrationszug ganz nahe an den Club Coyote heranziehen. Allerdings haben wir die gewünschte Marschroute noch nicht bestätigt bekommen. Zusammen mit einem Fachanwalt für Verwaltungsrecht möchten wir – wenn nötig über eine einstweilige Verfügung – die Route durchsetzen. Entsprechende Erfolge könnten möglicherweise Präzedenzwirkung haben, was das Verhindern von Rechtsrock-Konzerten betrifft.
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