Tödlicher Unfall in Moers: Rinnen: Missglückte eine Rettungstat?
VON JÜRGEN STOCK - zuletzt aktualisiert: 22.01.2013 - 10:24Moers (RP). Das Speditionsunternehmen Rinnen hat jetzt ausführlich die bisherigen Erkenntnisse über den Ablauf des Unfalls, bei dem in der vergangenen Woche zwei Mitarbeiter des Unternehmens ums Leben gekommen waren, in einem vorläufigen Bericht zusammengefasst.
Demnach kam es zu dem Unglück, weil in dem Kessel, in dem die beiden Opfer gefunden wurden, nicht genug Sauerstoff vorhanden war. Offenbar hatten die beiden Männer sich nicht an entsprechende Vorschriften gehalten. Wörtlich heißt es in der Stellungnahme: "Warum letztlich ein Kollege überhaupt in den Kessel eingestiegen ist, wie auch, warum der zweite Kollege hinterher ging, entgegen anderslautenden Arbeitsanweisungen und Sicherheitsbestimmungen, ist weiterhin ungeklärt."
Das lässt darauf schließen, dass die Männer nicht, wie ursprünglich angenommen, Reinigungsarbeiten in dem Kessel ausführten. Offenbar war zunächst einer der Männer in den Tank gestiegen, dann war ihm der zweite gefolgt – möglicherweise um seinem in Not geratenen Kollegen zu helfen.
Kein Fremdverschulden
Das Unternehmen machte darauf aufmerksam, dass vor Einstieg in den Kessel Messungen des Sauerstoffgehalts vorgenommen werden müssen. "Arbeits- und Sicherheitsanweisungen verlangen grundsätzlich vorweg die Einstiegsfreigabe durch den Schichtleiter. Nach Einstiegsfreigabe muss ein Messgerät am unteren Bein festgemacht und mitgeführt werden, um jederzeit über den Sauerstoffgehalt informiert zu werden", heißt es in dem Schreiben.
Bei Gefahr geben die Messgeräte ein akustisches Signal, sobald der Sauerstoffgehalt unter eine kritische Marke sinkt. Der zweite Mann habe laut Anweisungen den ersten von oben mit einem Geschirr zu sichern, um ihn gegebenenfalls sofort aus der Gefahrenzone ziehen zu können.
Die Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage die Darstellung des Unternehmens und betonte, dass es keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe. Sie verwies für eine endgültige Stellungnahme auf den Abschlussbericht der Kriminalpolizei, der bis Mitte dieser Woche fertiggestellt werden solle.
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