Moers: Rosenkrieg um Porsche und Wohnmobil
zuletzt aktualisiert: 06.11.2008Moers (RPO). Mein Haus, mein Porsche, mein Wohnmobil – im Scheidungskrieg hatte ein Mann aus Moers den Bogen überspannt. Mit List und Tücke wollte er das Wohnmobil behalten und hatte kurzerhand die Papiere verloren gemeldet, die die Ehefrau in einem Schließfach aufbewahrte. Die Papiere hatte er zuvor von der Ehefrau telefonisch angefordert, sie habe aber schon geahnt, dass er das Fahrzeug beiseite schaffen wolle, warf sie ihm im Zeugenstand vor dem Moerser Amtsgericht vor.
Zuvor habe er nämlich auch schon den Porsche verschwinden lassen und heimlich die Lebensversicherung gekündigt, warf sie ihm vor: „Damit die am Stichtag nicht in den ehelichen Zugewinn fallen und aufgeteilt werden.“ Davon sei gar keine Rede, behauptete der Angeklagte vor Gericht. Eigentlich sei sie die Schuldige, weil sie ihm die Papiere vorenthalten und statt dessen lediglich eine Farbkopie des Fahrzeugscheins in die Brieftasche gelegt habe. Auch sein Anwalt betonte: „Sie hat ihm wissentlich eine Kopie untergeschoben und die Papiere vorenthalten.“ Das stritt die Frau auch gar nicht ab, es sei ihre einzige Chance gewesen, das Wohnmobil zu retten. Der Angeklagte hingegen hatte beteuert, er habe die Unterlagen im Wohnzimmerschrank gesucht und schließlich geglaubt, sie seien verschwunden. Deshalb sei er zum Straßenverkehrsamt gegangen und habe die Papiere verloren gemeldet. Dafür musste er allerdings eine eidesstattliche Versicherung abgeben. Das hatte die Zeugin schon geahnt und ihren Anwalt eingeschaltet. Außerdem war sie selber zum Straßenverkehrsamt gegangen und hatte ihren Mann verraten.
Das Gericht glaubte der Noch-Ehefrau. Wegen falscher eidesstattlicher Versicherung muss der Moerser 1200 Euro Geldstrafe zahlen.
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