Moers: Ruhrpottsteirer in Las Vegas
VON JUTTA LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 28.01.2012Moers (RP). Die drei Moerser Volksmusiker Markus Rupar, Franz Engling und Holger Jeske starten Montag in ihr bisher größtes musikalisches Abenteuer. Einen Monat lang stehen sie in Amerika auf der Bühne des dortigen Hofbräuhauses.
"Las Vegas, wir kommen!" Damit hatten die drei "Ruhrpottsteirer" Markus Rupar, Franz Engling und Holger Jeske nun wirklich nicht gerechnet. "Haben Sie Lust, im nächsten Jahr in Las Vegas aufzutreten?", hatte der Mitarbeiter einer deutschen Konzertagentur kurz vor Weichnachten telefonisch bei Martin Rupar, dem Manager der drei, in Moers angefragt und war damit zunächst auf eine gehörige Portion Ungläubigkeit gestoßen. "Na, hattest Du mal wieder Hollywood an der Strippe?", wollte Markus den Anruf seines Vaters anfangs erst als Scherz abtun, doch der Teilnehmer am anderen Ende der Leitung meinte es tatsächlich ernst. Die "Ruhrpottsteirer", so lautete sein Angebot, seien im Februar für vier Wochen als Band des Monats im Hofbräuhaus in Las Vegas vorgesehen. Sie müssten nur noch zustimmen.
Gala im März
Für alle, die die "Ruhrpottsteirer" nach ihrem Las-Vegas-Ausflug im Frühjahr wieder neu erleben möchten, findet am 17. März unter dem Titel "Es ist so schön ein Musikant zu sein" ab 20 Uhr wieder ihre volkstümliche Gala im Kulturzentrum Rheinkamp statt. Vorverkaufskarten dafür gibt es unter 02841 42910 oder unter der E-Mail-Adresse: info@ruhrpottsteirer.de.
Hymne und Ententanz
Ganz so einfach ging das allerdings nicht. Markus Rupar und Holger Jeske arbeiten normalerweise hauptberuflich als angestellte Buchhalter und Elektriker und mussten deswegen erst einmal mit ihren jeweiligen Arbeitgebern eine entsprechende Urlaubsregelung finden. Vier Wochen sind schließlich eine lange Zeit, und ein echter Urlaub würde das Ganze ebenfalls nicht werden. Einen Monat lang an sieben Abenden pro Woche mindestens sechs Stunden auf der Bühne zu stehen und für Stimmung bei der an Wochenenden immerhin fast tausendköpfigen, internationalen Besucherschar zu sorgen, dürfte selbst für die in dieser Hinsicht recht geübten "Ruhrpottsteirer" eine echte Herausforderung werden.
Hinzu kamen die im Vorfeld keineswegs einfachen amerikanischen Einreiseformalitäten. "Jeder einzelne von uns musste unzählige Formulare in Englisch ausfüllen und sogar seine Fingerabdrücke abgeben, um überhaupt in Amerika arbeiten zu dürfen." Darüber hinaus gab es eine Fülle von musikalischen Programmwünschen, wie etwa das allabendliche Spielen der amerikanischen Nationalhymne und des bei uns nicht mehr so populären Ententanzes. Außerdem sollte das Trio in den vier Vegas-Wochen auf seine normalerweise steirische Tracht verzichten und stattdessen mit bayrischen Lederhosen und hellgrauen Filzhüten auftreten.
"So wie man sich halt die Bewohner von 'Good old Germany' vorstellt", kommentierte Markus Rupar diese Auflagen mit Humor. Noch darf er lästern, doch am Montag wird es für die drei Ruhrpottmusiker ernst. Dann hebt ihr Flieger in ihr 29-tägiges, amerikanisches Band-Abenteuer ab, von dem Markus Rupar allerdings schon jetzt weiß, dass es "für uns zwar ein aufregendes Erlebnis sein wird, aber dass wir auch danach für unsere heimischen Fans immer noch die Alten bleiben werden".
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