Kamp-Lintfort: Schach-Matt den Türmen
VON DIRK MÖWIUS - zuletzt aktualisiert: 05.02.2008Kamp-Lintfort (RPO). Durch den Dauerregen ließen sich die Narren die gute Laune beim Rosenmontagszug in Kamp-Lintfort nicht verderben. Schwungvolle Musikkapellen und nette Ideen der Gruppen begeisterten das Publikum.
„Vorsicht Sprengarbeiten. Explosionsgefahr!“ An der Zugmaschine warnte in riesiges Schild vor dem, was sich viele Menschen in kamp-Lintfort eigentlich sehnsüchtig wünschen. Auf dem Wagen flatterten drei weiße Hochhäuser, mit den Hausnummern 274, 276 und 278 gekennzeichnet. Und plötzlich fielen sie zu den Klängen von „Reiß die Hütte ab.“ „Schach Matt den Türmen“ nannte die „Interessengemeinschaft Weiße Riesen“ ihren Wagen. „Ein Traum wird wahr, wäre auch ein gutes Motto“, kommentierte die als Schachfiguren verkleidete Besatzung.
Das Geld flattert nur so weg
Nicht nur auf diesem Wagen wurde gestern beim Kamp-Lintforter Rosenmontagszug Lokales aufgegriffen. „Siemens, BenQ, Nokia - Wer ist der nächste?“, fragte das Männerballett des KKV. Den Prinzenplatz nahmen die Saalhoffschen Jonges aufs Korn, die sich in ihrer grünen Ortschaft viel wohler fühlen. Und vielen aus der Seele sprach sicherlich auch das Möhnekomittee um Petra Nieß. „Das Geld flattert nur so weg, der Euro ist der letzte Dreck“, meinten die fröhlichen Schmetterlinge. Das beste Motiv angesichts des Wetters hatte sich aber die Nachbarschaft Wickrath ausgesucht. Im Dauerregen bot ihre Arche vermutlich die besten Überlebenschancen.
Damen unterschätzten Länge
Das Wetter meinte es gestern gar nicht gut mit den Kamp-Lintorter Karnevalisten. Dazu gab es auch noch eine Verzögerung beim Start. Der Damenelferrat um Melanie Strauß hatte wohl die Länge des von Moerser KG Humorica geliehenen Wagens überschätzt. Mit der großen Zugmaschine losfahren – das erlaubte das Ordnungsamt nicht. Und so musste der antike Trecker, der eigentlich für den Prinzenwagen vorgesehen war, die KKV-Damen durch die Straßen der Stadt ziehen.
Publikum und Aktive ließen sich durch den Regen die gute Laune nicht verderben. Überall wurde der Zug mit Jubel empfangen. Angeführt wurde er wieder vom Kamp-lintforter Clown. Holmer Hartmann hatte sogar seine eigenen Clown-Senatoren mit Festwagen im Schlepptau. Ihm folgten 50 Einheiten mit vielen bunten Ideen. Manchmal wurde es gar extravagant: So kam ein Wagen, der an die wilde Hippiezeit erinnert. Doch wer auf ihm nun langhaarige Blumenkinder erwartete, sah dort die närrischen Ritter um Dieter Schmidt. Mächtig ins Zeug gelegt hatten sich auch die Wagenbauer für die neuen Prunkwagen. Der Elferat Kolping präsentierte vor Stolz sein neues Gefährt genauso wie die Ehrensenatoren des KKV. Da wirkte der Prinzenwagen recht bescheiden – aber Peter I. ist ja auch der kleine Prinz. Er genoss in vollen Zügen den Vorbeimarsch der Teilnehmer und anschließend seine Jubelfahrt durch die Stadt.
Viel Lob verdiente sich die Zugleitung um Siegfried Thiel auch für die Musik. Neben den einheimischen Musikzügen waren wieder mehrere Kapellen aus den Niederlanden dabei, die mit strammer Marschordnung und netten Einlagen das Publikum begeisterten.
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