Moers: Schüler spielten eine Komödie voller Klischees
VON SIMON PAKE - zuletzt aktualisiert: 17.12.2007Moers (RPO). „Wir werden wirklich kein Klischee auslassen!“ Damit hatte Nils Heininger in seiner Ankündigung des Stücks „Leben sie noch oder erben wir schon?“ mehr als Recht. In der Komödie von der Theater-AG des Gymnasiums in den Filder Benden waren es vor allem die Figuren, die allesamt von Eigenart geprägt waren. Die jungen Schauspieler aus den Klassen zehn, elf und 13 hatten aber am Freitagabend keine Probleme, genau das dem Publikum zu präsentieren.
Das fängt an beim gemütlichen bayerischen Landherrn Horst von Meier (Lennart Wagner) und seiner französischen Verlobten, der jungen Chantal (Franziska Frenck). Trotz des großen Altersunterschiedes sind sie sich beide in Liebe ergeben. Gar nicht gerne sieht das die zur Verlobung eingeladene Verwandschaft. Da ist der Bruder Karl-Heinz von Schulze (Malte Tückmantel), der gerne den Weinkeller sein Eigen nennen würde, dem aber sonst alles recht egal ist, und seine herrische Frau Amalie (Jana Dietrich), die die Pferde haben will. Nicht zu vergessen die beiden Schwestern Sibylle und Sigrun Sturm. Erstere ein Mauerblümchen, letztere eine Feministin wie sie im Buche steht und Männerfeindin schlechthin. Sie ist es auch die Chantal vor der Hochzeit mit einem Mann bewahren will. Dafür soll Horst aus dem Weg. Das sieht auch Chantals schwuler Bruder „Die Dirk“ so. Max Hogrebe bewies in seiner Rolle Mut zur Schrillheit, sehr zur Freude des Publikums. Die andere Hälfte der zehnköpfigen Familie spielt mehr mit dem Gedanken, Chantal aus pekuniären Gründen aus dem Weg zu räumen. So schweben beide ständig in Lebensgefahr. Erst recht, als der aus einer Anstalt ausgebrochene irre Magier Manni von Struwskowski ins Haus gelassen wird.
Auf über zwei Stunden reine Spielzeit brachte es das Theaterstück. Da war natürlich viel Text zu lernen. „Das schwerste waren aber die Übergänge. Bei 14 Leuten, die gleichzeitig auf der Bühne sind, hat das sehr lange gedauert“, sagt AG-Leiterin Waltraud Klepin. Viele der Schüler sind auch schon lange bei der Theater-AG dabei. So wie Franziska Frenck aus der elften Klasse in der Rolle der Chantal. „Angefangen hat es in der siebten Klasse und sich von da an entwickelt.“ Ihre Rolle der naiven Französin mit einer liebevollen Art mochte sie, auch wenn „der Rock etwas kurz ist“. Genauso Spaß hatte Carolin van Bebber an ihrer Rolle der Feministin. „Ich glaube, ich kann sie gut umsetzen.“
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