Moers: Seewerk setzt Zeichen
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010Moers (RPO). Das Seewerk macht es möglich: Der bekannte Bildhauer Anatol Herzfeld stellt im Kreise von 24 renommierten Künstlern am Silbersee in Kapellen aus. Die neue Werkschau holt einmal mehr die zeitgenössische Kunst nach Moers.
Das Seewerk wird zur Werkstatt: Frank Merks, der mit Angelika Petri vor einigen Jahren das Gelände am Silbersee für die Kunst freigegeben hatte, wirft den Bunsenbrenner an. Bildhauer Anatol holt das Brandeisen, mit dem er seine 17 Stühle für das Moerser "Inselparlament" kennzeichnen möchte: Eine ins Holz gebrannte Kreuzblume soll den Rücken der Stühle zieren. Doch Anatol hat mehr vor: Ein Stuhl wird im Bereich eines Baumes stehen, der auf der Insel wie innerhalb eine Pfeilspitze steht und das Wesen der früheren Festung manifestiert. Dieser Stuhl soll für die Stadt Moers sein. Die anderen 16 Sitzmöbel, die an Throne erinnern, sollen in weibliche und männliche Elemente aufgeteilt werden: "Ich könnte mir vorstellen, dass sie Plaketten mit den Namen von Jungen und Mädchen tragen", erläutert der Bildhauer seine Idee. Sein Wunsch: "Einmal im Jahr sollen die Stühle aufgestellt werden." Das Inselparlament bekommt seinen Sitz auf der Kulturinsel Nepix Kull im Schlosspark. Auf dem Seewerk in Kapellen stellt Anatol weitere Arbeiten aus, die einen Einblick in sein Schaffen geben.
Die Werkschau
Das Seewerk präsentiert einen Querschnitt durch die zeitgenössische Kunst: Bildhauerei, Malerei, Fotografie, Installationen, Objekte, Skulpturen, Videopräsentationen und Laser-Skulpturen werden in der Werkschau gezeigt, die am Samstag, 11. September, 15.30 Uhr, am Silbersee eröffnet wird. Das Inselparlament auf der Kulturinsel Nepix Kull wird an diesem Tag um 15 Uhr eröffent.
Familiengeschichte
Und der Bildhauer befindet sich in guter Gesellschaft: Angelika Petri und Frank Merks haben 24 weitere Künstler aus ganz Deutschland eingeladen, sich und ihrer Arbeiten zu präsentieren: Gisela Rietta Fritschi hat auf dem weitläufigen Gelände am Silbersee ihren Magischen Kreis aufgestellt. Es sind acht Augenstelen aus Holz und ein in Stein gemeißeltes Porträt. Marianne Pitzen zeigt in einem der Gebäude ihre Frauenskulpturen in fließenden und wehenden Kleidern. "Die Frauen in der Geschichte haben mich schon immer interessiert", erläutert Marianne Pitzen. "Auch Luise Henriette, die für Moers eine wichtige Rolle gespielt hat." Felicitas Lensing-Hebben hat sich künstlerisch mit ihrer großen Familie auseinandergesetzt. Insgesamt 14 Köpfe aus Ton sind einander gegenüber gestellt. "Ich bin die letzte der 14 Geschwister", betonte Lensing-Hebben, die auf einem Gutshof aufgewachsen ist und sich mit dieser Arbeit auch mit den unterschiedlichen Charaktere ihrer Geschwister auseinandersetzt. Sie stehen wie auf dem Olymp auf einem von Professor Ernst Josef Althoff gefertigten Tisch aus massiven Holz, der die Elemente Kunst, Kult und Design vereinen soll. Maxim Wakultschik wünscht sich, dass seine Bilder für den Betrachter wie ein Sprung in einen anderem Raum sind. Es zeigt zum einen Bilder, die ein dreidimensionales Gefühl vermitteln, aber auch Zick-Zack-Werke, die mit der Möglichkeit der optischen Täuschung spielen: So zeigt ein Bild gleich zwei Gesichter, je nachdem, wo der Betrachter steht.
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