Moers: Singen hat Zukunft
VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 31.05.2007Moers (RPO). Als erster Chor in Nordrhein-Westfalen geht „Cantare Repelen“ neue Wege. Unter dem Dach des Frauenchores sollen neue Gruppen für Volkslieder, Musicals und moderne Songs wachsen. Der Verein will eine gGmbH werden.
Am Anfang war der Frauenchor Repelen ein Chor wie viele andere auch. Das war 1965 und ist lange her. 1988 deutete sich eine Wendung an: Seit diesem Jahr nimmt der Chor regelmäßig an Leistungssingen und Chorwettbewerben teil. Auch der Name wurde 1990 in „Cantare“ geändert. Es begann die Erfolgsstory eines etwas anderen Chores. Heute heißt es mit berechtigtem Stolz: „Die Innovation des vokalen Musizierens aus Moers-Repelen.“ Marliese Brinkmann, seit 1986 Vorsitzende dieses modernen Frauenchores, will jetzt Cantare in die Zukunft führen – mit neuen Angeboten und einer neuen Organisationsform. Nicht von ungefähr ist Marliese Brinkmann zur Vizevorsitzendes des Sängerbundes NRW gewählt worden.
Der gute Ton
Der Sängerbund propagiert „Singen gehört zum guten Ton“. Das wissen die Repelener Chorsängerinnen schon lange. Und damit fangen sie bereits im zarten Kindesalter an. Mit Toni im Liedergarten, im Kindergarten und in der Schule beginnt die musikalische Frühförderung von Kindern ab anderthalb Jahren. Marliese Brinkmann: „Singen muss in unserer Gesellschaft, beginnend in den Familien, wieder einen höheren Stellenwert bekommen.“ Weil es Kindern gut tue. Durch Singen und Musizieren würden Konzentrationsfähigkeit und Intelligenz von Kindern gesteigert. Und Singen im Chor verbessert das Sozialverhalten und die Kommunikationsfähigkeit. Aus der Früherziehung soll dann der Chor „Cantare Kiddis“ erwachsen. Die Nachwuchsarbeit mündet dann im Jugendensemble „Young Voices“, die vor allem aktuelle Pop-Musik singt.
Der Umbruch, vor dem der Chor jetzt steht, bahnte sich mit dem Neujahrskonzert im Kulturzentrum Rheinkamp an. Das Publikum applaudierte am Schluss stehend – für ein dreistündiges Programm, weitgehend englische Titel. Was zu einem Zulauf von jüngeren Sängerinnen führte, gefiel manch älteren Chormitgliedern nicht. So entstand im Vorstand die Idee, unter der Dachmarke „Cantare“ mehrere Chorgruppen anzubieten. „Musical Collection“ erarbeitet internationale Musicalproduktionen. Im „Collegium Vocale“ pflegen ausgesuchte Sängerinnen die klassische Literatur aller Stilepochen. Cantare ist schließlich Meisterchor des Sängerbundes NRW 2003 bis 2007 und Volksliederleistungschor des Sängerbundes 2004 bis 2006. Auf ältere Sängerinnen abgestimmt ist die Gruppe „Da capo“, die sich auf volkstümliche deutsche Chorliteratur konzentriert. Der Verein will sich auch eine neue Rechtsform geben. Als gemeinnützige GmbH will der Chor flexibler und wirtschaftlicher werden sowie Steuervorteile nutzen. Die Chormitglieder werden dann Gesellschafter.
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