Moers: Soko „Ehrenamt“ im Einsatz
VON TOBIAS KLEINEBRAHM - zuletzt aktualisiert: 23.01.2008Moers (RPO). Drei Schüler der Unesco-Gesamtschule engagieren sich ehrenamtlich im Seniorenheim „Altenheimat Vluyn“. Einmal pro Woche spielen sie mit den Senioren, gehen spazieren oder machen Gedächtnistraining.
neukirchen-vluyn/kamp-lintfort Wenn Tristan Krieger montags nachmittags ins Seniorenheim „Altenheimat Vluyn“ kommt, dann wird er dort schon sehnlich erwartet. Bewohnerin Alma Klinger (Name geändert), selbst schon über achtzig, ist der 17-jährige Schüler richtig ans Herz gewachsen. Einmal pro Woche kommt er in das Altenheim, um mit der Seniorin zu spielen, zu sprechen, zu spazieren.
„Ich helfe gerne“
Tristan Krieger gehört zur AG „Soko Ehrenamt“ der Unesco-Gesamtschule Kamp-Lintfort – wobei Soko in diesem Fall für „Sozialkompetenz“ steht. Insgesamt 29 Schüler sind seit Schuljahresbeginn in der neuen AG und engagieren sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit als Nachhilfelehrer, Kinderbetreuer in Freizeitgruppen und sozial schwachen Familien, oder eben im Altenheim – so wie Tristan. „Ich helfe gerne anderen Menschen“, erklärt der Zehntklässler, warum er sich gerade für die AG „Soko Ehrenamt“ entschieden hat. „Außerdem wollte ich mal wissen, wie es so in einem Altenheim zugeht.“ Ob er später mal in einem Altenheim oder überhaupt im sozialen Bereich arbeiten will, weiß er noch nicht. Erst einmal steht natürlich das Abitur an, danach kann er schließlich als Zivi noch weitere Erfahrungen sammeln. Ähnlich ging es auch Rebecca Arnold und Michelle Beck aus der achten Klasse. Die beiden 14-Jährigen haben sich ebenfalls für ein Ehrenamt im Altenheim entschieden. Rebecca kümmert sich auch überwiegend um einen bestimmten Bewohner, während Michelle meist eine ganze Gruppe älterer Damen um sich hat, mit denen sie zum Beispiel Gedächtnistraining macht. Angeleitet wurden die drei Schüler von Erika Basener vom Sozialen Dienst, die zunächst darauf achten musste, dass die Schüler mit ihrem Ehrenamt nicht überfordert werden. „Für die Betreuung habe ich daher keine schwerstkranken oder dementen Bewohner ausgewählt“, sagt Erika Basener, die den Schülern auch weiterhin als Ansprechpartnerin immer zur Verfügung steht. Sie gibt den Schüler Tipps für den Umgang mit den Bewohner und stellt ihnen Spiele zur Verfügung. Anfangs war sie auch immer mit dabei, wenn sich die Schüler um die Bewohner kümmerten. „Jetzt reicht es auch schon, wenn zwischendurch mal vorbei schaue, ob alles in Ordnung ist“, sagt Erika Basener. Denn mittlerweile haben sich Schüler und Bewohner aneinander gewöhnt.
„Anfangs haben wir nur gespielt“, erzählt Tristan Krieger von den Stunden mit Bewohnerin Alma Klinger, „aber mittlerweile reden wir viel mehr. Sie erkundigt sich zum Beispiel nach meinen Geschwistern.“ Schon jetzt steht für Tristan fest: Auch im nächsten Schuljahr will er sich für die AG „Soko Ehrenamt“ im Altenheim engagieren: „Wenn ich mal alt bin, würde ich mich schließlich auch freuen, wenn sich jemand um mich kümmert.“
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