Moers: Später Frühschoppen
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 05.09.2006Moers (RPO). Am traditionellen Kirmes-Montag wird es erst immer später voll in der City. Bei tollem Wetter wurde
dann aber bis in die Nacht hinein gefeiert. Das Sonntags-Geschäft fiel hingegen so gut wie aus.Von Frühschoppen konnte eigentlich keine Rede sein: Während die Moerser in alten Zeiten am Montag schon um 11 Uhr auf die Kirmes strömten, wurde es gestern erst am Nachmittag voll. „Der Montag beginnt tatsächlich immer später“, bestätigt Rudi Edling vom Schaustellerverein Moers. Dafür freute er sich übers gute Wetter. Von Tag zu Tag sind kürzere Hosen und knappere Dekolletees auf dem Rummel zu sehen.
Nur der Sonntag war bisher verregnet. Da war’s nix mit dem Geschäft. Ansonsten seien die Schausteller überwiegend zufrieden, sagt Edling. „Vor allem die Fahrgeschäfte.“ Und wer nicht? „Höchstens Anbieter aus einer Branche, die hier mit einem Überangebot vertreten ist.“
Ganz viel Andrea
Überangebot – meint er damit Andrea Berg? Auf jeder Bühne trällerte gestern deren Schlager „Du hast mich 1000 Mal belogen“. Aber damit kriegt man die Generation 40 plus auch nachmittags schon zum Tanzen. „Ich steh zwar eigentlich mehr auf Brian Adams, liebe aber die Stimmung zur Kirmes-Zeit“, bekannte Uschi Köllges aus Kamp-Lintfort, die in der Menge am Altmarkt mit Freunden – teils extra aus Ostwestfalen angereist – feierte. Auch Sascha Sturm liebt die Atmosphäre in in der Grafenstadt. Er steht mit seinem Spiegel-Irrgarten am Kastellplatz. Und nächstes Jahr, wenn das Fahrgeschäft aus Bad Neuenahr 50 Jahre alt wird, kommt er wieder hierher. „Es ist immer noch die ursprüngliche Technik, nur die Wegstrecken werden geändert.“
Auf Technik kommt’s auch bei Berthold Heinens „verrückter Leiter“ am Anfang der Fußgängerzone/steinstraße an: Bis gestern Nachmittag hatten es in den vier Kirmestagen erst vier Kunden geschafft, auf der widerspenstigen Leiter fünf Stufen empor zu steigen und ein Handy zu gewinnen. Versucht hatten es hingegen viele Hunderte.
Der Düsseldorfer verriet den Trick: Fuß in die linke Ecke, mit dem gestreckten Arm ganz rechts packen. Nur so bleibt man im Gleichgewicht und kann vorsichtig den Schritt auf die nächste Sprosse wagen. Heute ist noch Zeit, es zu versuchen.
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