Kamp-Lintfort: Spannende Nacht der Bibliotheken
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 29.10.2007Kamp-Lintfort (RPO). 55 Jahre jung wird die Städtische Bücherei in Kamp-Lintfort, und einen besseren Rahmen als die „Nacht der Bibliotheken“ hätte es für die Geburtstagfeier nicht geben können. Dass das Leseangebot in der Klosterstadt hoch im Kurs steht, betätigt auch eine aktuelle Umfrage, die zudem Verbesserungswünsche bot. „Gewünscht werden zusätzliche Öffnungszeiten und ein Büchereicafé“, erlärte die Leiterin Katharina Gebauer. Mehr als 200 NRW-Bibliotheken machten unter dem Motto „Bibliotheken sind mordspannend“ mit. Mordsspannend wurde es für die Geburtstagsgäste in Kamp-Lintfort, denn zu Beginn setzte Katharina Gebauer eine Gerichtsverhandlung fest. „Die Leselok ist entführt worden“, sagte sie.
Mords-Motivsuche
In dem „Verfahren“ ging es zwar auch um das beliebte Gefährt, aber auch darum, diejenigen Täter zu benennen, die maßgeblich am Erfolg der Bücherei beteiligt sind. In lockerer Folge wurde Zeugen, Verdächtige und potenzielle Täter vorgeführt, während sich im Vorraum schon die ersten Kinder versammelten, um sich mit Detektiv John Chatterton auf die Suche nach der entführten Lilly machten. „Das ist richtig aufregend“, meinten Lucky und Sarina Zanders. Sie waren Feuer und Flamme, als Helga Krauskopf mit der Ausbildung der jungen Detektive startete. Während Bürgermeister Landscheidt aus Grishams Buch „Die Akte“ vorlas und später Autorin Ulrike Purschke sich mit einer Lesung aus „Hendrikje – vorübergehend erschossen“ anschloss, drängte in Vluyn eine Menschentraube in die Bücherei. Auch dort war das Angebot mörderisch gut und sorgte für Spannung bei Jung und Alt bis Mitternacht. „Das Thema Krimi ist einfach gut und holt die Menschen in die Bibliotheken. Gleichzeitig erlaubt es uns, die Bandbreite unserer Arbeit zu zeigen“, betonte Büchereileiterin Britta Schmedemann. Zwischen den Veranstaltungen wurde entspannt geplaudert. So sorgte Bürgermeister Böing mit einem Familienquiz für Unterhaltung, das nur noch von Krimibuchautor Thomas Hesse mit seinem Buch „Die Füchse“ getoppt werden konnte.
Die Moerser Bibliothek setzte auf Improvisation mit dem TiM-Theater. Der plötzlichen Tod von Karl-Friedrich von Staffelberg musste aufgeklärt werden. Die Motivsuche gestaltete sich schwierig und das Publikum war gefordert wie auch die Mitarbeiterinnen der Bücherei, die bei dem Stück mitspielten.
Gelungen war der Part mit Kriminalhauptkommissar Frank Hedderich und Kriminaloberkommissar Manfred Paulini, die ihre Arbeit vorstellten. Manfred Paulini: „Die ist nämlich anders als in Fernsehkrimis.“ Auf der Krimicouch herrschte später Gedränge. Unter anderem stellte Bürgermeister Ballhaus seinen Lieblingskrimiautor, Hakon Nesser, vor.
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