Neukirchen-Vluyn: Spaß mit Netenjakob
VON BIRGIT LAMEYER - zuletzt aktualisiert: 17.02.2009Neukirchen-Vluyn (RPO). Der Kölner Comedian gastierte mit seinem Programm "Multiple Sarkasmen" in der Kulturhalle. Er berichtete den Zuschauern von seinem "Urlaub mit intellektuellen Eltern" oder der deutschen Fassung von "Independence Day".
Comedy im März
Auch im März darf in der Kulturhalle wieder gelacht werden. Kerim Pamuk and Friends bringen "Kabarett und Comedy zwischen Burka und Bikini" am Freitag, 6. März, auf die Hauptbühne. Karten für die Veranstaltung gibt es unter Tel. 02845 39 12 70.
"Es ist immer wieder ein schöner Anblick, wenn die Seitenbühne voll ist", begrüßte der Kulturbeauftragte der Stadt Neukirchen-Vluyn, Franjo Terhart, am Freitag Abend die Zuschauer und kündigte mit Moritz Netenjakob einen "unglaublich kreativen Geist" an. Als Fernseh- und Bühnenautor im Bereich Comedy hat Netenjakob schon jahrelang Bühnenprogramme für prominente Kollegen wie Cordula Stratmann, Hella von Sinnen und Dieter Hallervorden geschrieben. Jetzt bringt er unter dem Titel "Multiple Sarkasmen" seine Texte selbst auf die Bühne.
"Keiner gewinnt, keiner hat Spaß"
Das Publikum in der Kulturhalle hatte der außergewöhnliche Kölner – denn er ist weder Karnevalist noch Transvestit – von Anfang an auf seiner Seite. Als Sohn intellektueller Eltern, die bei einer Autopanne erst mal zwei Stunden sinnieren, was zu tun ist, weiß er, was wirklich wichtig ist. Also las er erst einmal aus seinem Tagebuch: "Kann man überhaupt Spaß haben mit intellektuellen Eltern?" Im Urlaub hieß das nämlich: sozialistischer Wasserball, ohne Ball, nach Thesen von Marx. Das Ziel: "Keiner gewinnt, keiner hat Spaß, aber es geht ja um die Idee".
In der deutschen Fassung von "Independence Day" spulte der Comedian dann einen "fiktiven Erlebnisbericht" von der Übernahme Deutschlands durch die Aliens ab und überzeugte mit gekonnten Imitationen von Politikern, Kritikern und Sängern. Seine Hauptpersonen kurz vor der Invasion der Außerirdischen: Udo Lindenberg, Peter Maffay, Wolfgang Niedecken und Herbert Grönemeyer im Zwiegespräch. Bei dem Talent alle Stars gleich gut zu kopieren blieb kein Auge trocken. Auch seine Visionen, wie die Welt in sieben Tagen in Deutschland neu geschaffen werden könnte, überzeugten das Publikum. So ganz klar war aber am Ende nicht, ob dann eine Pendlerpauschale für Zugvögel eingeführt, oder ob der Mensch nach dem Ebenbild von Florian Silbereisen erschaffen werden soll.
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