Neukirchen-Vluyn: Stoff aus anderer Perspektive
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 22.02.2010Neukirchen-Vluyn (RPO). Mit der Präsentation ihrer Projektarbeiten bewiesen die Schüler des Julius-Stursberg-Gymnasiums am Freitag, dass der Schulalltag auch anders aussehen kann. Präsentiert wurden rund 60 Projekte.
Über 60 Projekte
Die JSG-Schülerteams haben auch handwerklich gearbeitet, wie bei der Herstellung der Rola-Bola Laufrollen, ein Balanciergerät aus der Zirkuswelt. "Uns hat die Projektidee sehr gut gefallen", meinte Pauline (13). Schule mal anders zu erleben, hat für einen spürbaren Motivationsschub gesorgt.
"Wir können auch anders", sagten Lehrer und Schüler des Julius-Stursberg-Gymnasiums und zeigten, wie konzentriert und ergebnisorientiert Lernen an drei Schulprojekttagen funktionieren kann. Die Präsentation der anspruchsvollen Themen der Jahrgangsstufen 5 bis 12 fand bei Besuchern und Lehrern große Anerkennung. Mit der Geschichte der Schrift hatte sich beispielsweise die Klasse 6b beschäftigt. Im geheimnisvollen Halbdunkel des Klassenraumes erläuterte die Gruppe an einem Relief, wie sich über Etappen verschiedene Schrifttypen im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben, sei es Höhlenmalerei, Keilschrift oder die Entstehung des Alphabets oder ganz aktuell Graffiti als Kommunikationsmittel. Das Relief wird demnächst in der Schule aufgehängt.
Kinder gegen Kinderarbeit
Gemeinsam mit Lehrerin Katja Boxwell zeigte die Klasse 5d die Palette der englischsprachigen Länder und ihre landestypischen Besonderheiten. "Bei uns können Sie über Europa mehr erfahren" hieß es in einem anderen Klassenraum. Klassenlehrer Maik Walper hatte sich mit der Klasse 6c dem Thema "ausbeuterische Kinderarbeit" gewidmet. Diesen Kindern zu helfen, war das Anliegen des Schülerteams. Sie sammelten Spenden. Anna Schöneich und Taalke Sitter (beide 11 Jahre) sorgten an einem Verkaufsstand für zusätzliche Einnahmen, die dem Hilfswerk Misereor gespendet werden. Schon im Unterricht wurden die verschiedenen Themen vorbereitet. "Der Blickwinkel aus Schülersicht ist entscheidend", sagte Projektleiter Michael Sperlich, der unter anderem die einzelnen kreativen Projekte der Jahrgangsstufen koordinierte. Tanz, Musik, Theater und Kultur, das passt auch in den Rahmen Kulturhauptstadt 2010, wie Sperlich meinte. Kulturelle Schwerpunkte wurden von Schülerseite unterschiedlich gewählt. Die Gruppe um Lehrer Thomas Reising kehrte in das römische Zeitalter mit seiner Esskultur zurück und bereitete nach lateinischen Rezepturen Speisen wie Backwaren zu. "Die Römer waren fortschrittlich und kannten schon Kekse", so Karsten Beeker (14). "Wir erleben bei allen Projekten unsere Schüler von einer ganz anderen Seite und entdecken neue Talente", stellte Reising fest. Den Kontakt mit der türkischen Lebenswelt suchte die 35-köpfige Schülergruppe (Jahrgang 9 bis 11) in Marxloh. Nach der Besichtigung der Moschee standen Geschäfte für Hochzeitsmoden an. "Eine tolle Erfahrung und sehr interessant", meinte Franziska Wilken (17), die erstmals eine Moschee besucht hat.
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