Moers: Stolz auf die Tummelferien
VON ACHIM BERTENBURG - zuletzt aktualisiert: 20.07.2010Moers (RPO). Vor dem gestrigen Start des aktuellen Programms hielt die Stadt Moers im Freizeitpark Rückschau auf 40 Jahre Tummelferien in Moers. Der Kinderschutzbund Moers schenkte den Kindern eine neue Hüpfburg.
Es ist kurz nach 15 Uhr. Bei gefühlten 45 Grad betritt Bürgermeister Norbert Ballhaus tapfer die Bühne. Klar, die Kinder interessieren sich entschieden mehr für die riesige Wasserrutsche. Und doch trifft der Festredner den Nagel auf den Kopf mit seiner Feststellung: "Heute ist ein schöner Tag – besonders für die Moerser Kinder und Jugendlichen." Offiziell haben die Tummelferien 2010 noch nicht begonnen. Weil aber die "Großen" hier und heute im Freizeitpark das vierzigjährige Bestehen zelebrieren, dürfen sich die "Kleinen" schon vor dem Startschuss nach Herzenslust tummeln. "Dass die Tummelferien eine 40-jährige Erfolgsstory geworden sind", so der Bürgermeister, "liegt im Wesentlichen an den zahlreichen Mitarbeitern, Betreuern und Helfern. Sie haben es in all den Jahren mit viel Engagement, Kreativität, Begeisterung und Spaß geschafft, die Tummelferien weiterzuentwickeln und den Kindern immer wieder tolle Ferien in Moers zu ermöglichen. Und ihnen wollen wir mit der heutigen Fete auch Danke sagen für ihre tolle Arbeit." Auch die Belegschaft des Kinder- und Jugendbüros würdigte Ballhaus: "Sie machen hier mehr als nur einen 'Job'."
Der Deutsche Kinderschutzbund Moers schenkte den Kindern der Grafenstadt eine neue Hüpfburg im Wert von rund 11 000 Euro. Peter Stichel, Vorsitzender des Moerser Kinderschutzbund-Ortsverbandes, betätigte gemeinsam mit dem Bürgermeister den symbolischen "roten Knopf" für das Aufblasen.
Erinnerungen
Zahlreiche Ehemalige waren gekommen. Darunter auch Oliver Hoppe (38), der in Fachkreisen als "Baumeister" der Wasserrutsche gilt. "Ich bin damals in die Fußstapfen meines zwei Jahre älteren Bruders Markus getreten. Manuel, zwei Jahre jünger als ich, folgte mir." Vor allem habe er bei den Tummelferien "Teamgeist" gelernt. Heute bringt Oliver Hoppe nicht zuletzt diese guten Erfahrungen auch bei seiner Tätigkeit als Bundeswehr-Pädagoge ein.
Für Kerstin Reinhart (31) "ist und bleiben Wasserrutsche und Kidsparade definitiv das Größte". 15 Jahre war sie als begeisterte Betreuerin mit von der Partie, arbeitet heute als Schulsozialarbeiterin und meint: "Die Tummelferien sind heute wichtiger denn je."
Hiltrud Bungardt (43) arbeitet heute als freiberuflich als sozialpädagogische Familienhelferin und lebt in Marburg. Sie sagt: "Bei den Tummelferien habe ich vor 20 Jahren mein Anerkennungsjahr gemacht. Ich finde, was Moers mit diesem Angebot im Laufe der Jahre auf die Beine gestellt hat, ist weit und breit einmalig.
Als die Strohbuden brannten
Mit wem der Berichterstatter auf der Festveranstaltung sprach, immer waren Begeisterung und auch ein gewisser Stolz zu spüren. Der ehemalige Jugendamtsleiter Reinhard Rosemann, der die Tummelferien 15 Jahre mit geprägt hat, erinnerte sich: "Wir waren alle von Sturm und Drang beseelt, aber nicht immer lief alles rund." Unbekannte Täter hätten einmal die mit den Kindern gebauten Strohbuden angezündet. Daraufhin habe Rosemanns Arbeitskamerad vom Grünflächenamt ihm vorgehalten: "Das hast Du jetzt von Deinen Tummelferien." Fast ein halbes Jahr hätte besagter Kollege nicht mehr mit ihm gesprochen. Achim Krenn, der aktuelle Mr. Tummelferien feierte übrigens auch ein kleines Jubiläum und bestätigte: "Stimmt, ich bin 30 Jahre dabei und finde es toll, wie sich der Ferienspaß entwickelt hat." Moers sei beispielhaft für NRW, meinte er und befand: "Für die Kinder lohnt sich allemal, das Angebot stetig zu verbessern." Vera Breuer, Leiterin des Kinder- und Jugendbüros und der Tummelferien betonte, dass sich das Team heute keinesfalls selbst feiern werde. "Bis 20 Uhr ist Programm. Dann wird bis 22 oder 23 Uhr ab- und umgebaut. Denn Montag geht's ja richtig los mit den Tummelferien."
Apropos Programm: Jürgen Höhner, Leiter Fachdienst Jugend der Stadt Moers, dankt "für die große Unterstützung durch die Politik". Viel mehr Zeit blieb ihm nicht. Er musste auf die Bühne - als Percussionist der Band "On Tuesday".
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