Moers: Strom aus Kohlenhuck
VON DIRK MÖWIUS - zuletzt aktualisiert: 07.10.2011Moers (RP). ENNI will gemeinsam mit RAG Montan Immobilien und Mingas einen Windpark bauen und betreiben. Das Konzept sieht vor, dass im Flächennutzungsplan trotzdem wie geplant Industrieflächen ausgewiesen werden können.
Der Aufsichtsrat der ENNI Energie & Umwelt Niederrhein hat Geschäftsführer Stefan Krämer beim geplanten Bau eines Windparks in Moers grünes Licht für eine enge Kooperation mit der RAG Montan Immobilien (RMI) und Mingas-Power (Mingas), einem Gemeinschaftsunternehmen von STEAG und RWE, gegeben.
Die drei Unternehmen wollen im Kohlenhuck nun gemeinsam die Errichtung von Groß-Windanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 16 Megawatt planen. Dazu werden die Partner in Kürze die sogenannte ENNI RMI Windpark Kohlenhuck Projektgesellschaft gründen.
2013 ersten Windstrom ernten
"Die gibt unserer Zusammenarbeit den nötigen Rahmen, mit dem wir die hohen Genehmigungshürden nehmen, Anträge einreichen und letztendlich bis zum Frühjahr 2012 prüfen wollen, ob das Projekt technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist", so Krämer. Er ist froh, mit den beiden großen Partnern gemeinsam einen Kompromiss zu den bisherigen Planungen erarbeitet zu haben, der nun auch eine parallele Ansiedlung eines Industriegebietes ermöglicht. "Ich sehe für das 26-Millionen-Projekt nun gute Realisierungschancen."
Aufgabenverteilung
Die Aufgaben sind klar verteilt: ENNI übernimmt die kaufmännische Betriebsführung, die Mingas die technische Steuerung des Projektes und RMI die Aufgaben rund um die Flächen. Mit der Genehmigung durch den Kreis Wesel rechnen die Partner nicht vor dem Sommer 2012. Dann müssten auch die Gremien dem letztendlichen Baubeschluss zustimmen. Erst wenn hier alle Signale positiv sind, könnten die Anlagen bestellt werden. Bei einer Lieferzeit von bis zu einem Jahr könnte die rund sechsmonatige Bauphase somit frühestens Anfang 2013 starten.
Läuft alles nach Plan, soll schon im Sommer kommenden Jahres der Baubeschluss fallen. "Dann könnten wir vielleicht schon Ende 2013 den ersten Windstrom vor unserer Haustüre ernten und für Moers über 20 Jahre durchaus nennenswerte Gewinne und Gewerbesteuern erwirtschaften." Für ENNI scheint die ersehnte Beteiligung an einem heimischen Windpark damit wieder in Reichweite.
Durch die Kooperation mit RMI und Mingas könnte der politische Gegenwind im Kohlenhuck jedenfalls abflauen. "Anders als in unserem Ursprungsplan, nutzen wir jetzt auch das Haldenplateau als Standorte für die Windräder. Die jetzige Fläche reicht aus, Windräder und auch ein GI-Industriegebiet anzusiedeln", freut sich Krämer, mit dem neuen Modell den meisten Interessen gerecht werden zu können. So könnte der an der Autobahn 57 gelegene Windpark auf und vor der Halde Kohlenhuck in der Tat Realität werden.
Denn hier passen wie kaum an einem anderen Standort am Niederrhein auch die prognostizierte durchschnittliche Windgeschwindigkeit und der Abstand zur Wohnbebauung. Wie erste Vorprüfungen zeigten, scheint auch der Umweltschutz gewahrt. Zudem könnte das neue, gemeinsam mit der RMI und Mingas erarbeitete Modell auch erfolgreicher als die bisherige ENNI-Variante sein.
Es sind bis zu sechs Windmühlen mit einer Nabenhöhe von annähernd 130 Metern angedacht. Die Partner hoffen, dass bereits ab 2014 Strom für rund 12 000 Haushalte aus Kohlenhuck stammt. Genaues zeigt die Potenzialstudie.
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