Kamp-Lintfort: Taucher ziehen Auto aus Rossenrayer See
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 27.07.2009 - 16:29Kamp-Lintfort (RPO). Irgendwas ist da unten. „Immer wieder bleibt der Angelhaken hängen”, klagten Kameraden aus dem Angelverein. Deshalb ging der zweite Vorsitzende, Thomas Lufen, vor zwei Wochen mal tauchen im Rossenrayer See. Er entdeckte einen Mercedes.
Er schraubte das DU-Kennzeichen ab, wollte es zunächst ins Vereinsheim hängen. Dann aber rief er doch die Polizei an. Am Montag bargen Polizeitaucher den Mercedes-T-Kombi, nach einer dreistündigen Kraftanstrengung. Die Stelle, an der das Wrack in sechs Meter Tiefe auf dem Boden lag, war zum Glück bekannt.
So mussten die Taucher nicht erst suchen. Ein einziges Luftkissen reichte nicht aus, um das Auto anzuheben. „Der Wagen sitzt zu tief im Schlamm”, so Axel Focke, Chef der Technische Einsatzeinheit (TEE ) in Wuppertal. Mit dem zweiten Luftkissen an Bord des Polizeibootes gelang es, das Auto anzuheben. Es wurde bis in Ufernähe geschleppt.
Zwei Stunden waren mittlerweile vergangen. Dann befestigten die Taucher ein Seil am Auto. Über die Seilwinde des Unimogs wurde der Wagen an Land gezogen fast zumindest. Die Seilwinde begann Öl zu lecken. Aber zum Glück kann der Unimog rückwärts fahren.
Endlich konnten Polizisten, Feuerwehrleute, Angler und Wassersportler den Kombi aus der Nähe betrachten. Außer Schlamm und Muscheln befand sich nichts Spannendes im Innenraum. Offenbar hatte das Auto gebrannt, bevor es versenkt wurde.
Wann das war? Der TÜV-Stempel auf dem Nummernschild ging bis 1996. Das Auto war niemals als gestohlen oder vermisst gemeldet worden. Nun wird die Polizei versuchen, den damaligen zum Kennzeichen passenden Halter zu ermitteln. Das Kennzeichen ist nämlich heute bereits wieder an einen anderen Halter vergeben.
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