Kamp-Lintfort: TBC-Fall: Lage entspannt sich
VON STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 27.01.2012Kamp-Lintfort (RP). Nach der Tuberkulose-Erkrankung einer Lehrerin in Kamp-Lintfort ist der größte Teil der 140 Personen, mit der sie näheren Kontakt hatte, geröntgt worden – ohne Befund. Nächste Woche gibt es einen abschließenden Test.
Viele Telefonate musste Jürgen Rasfeld führen, als am 10. Januar öffentlich wurde, dass eine Lehrerin der Unesco-Schule in Kamp-Lintfort offene Tuberkulose hat. Inzwischen ist der heiße Draht wieder abgekühlt. "Die Lage hat sich entspannt", sagt der Schulleiter.
140 Schüler und Lehrer waren Anfang der zweiten Januarwoche vom Kreis Wesel schriftlich aufgefordert worden, sich röntgen zu lassen. So sollte geklärt werden, ob weitere Krankheitsfälle vorliegen. Offensichtlich ist das nicht der Fall. "Die Betroffenen waren bei den Untersuchungen, bislang wurden keine Befunde festgestellt", sagt Rasfeld erleichtert.
Lehrerin geht es besser
Der Schulleiter ist auch froh, dass es der erkrankten Kollegin "immer besser geht". Zwar werde sie noch mindestens bis zu den Osterferien krank geschrieben bleiben. "Doch sie bereitet von daheim den Vertretungsunterricht und Klassenarbeiten vor, wirklich vorbildlich."
Der größte Teil der Schüler und Lehrer, bei denen eine Ansteckung für möglich gehalten wurde, haben sich im St.-Bernhard-Hospital in Kamp-Lintfort untersuchen lassen. "Rund 120 Anschreiben wurden in unserer Radiologie abgearbeitet", teilt Astrid Jeitner vom Gesundheitszentrum der Klinik mit. "Inzwischen kommen nur noch vereinzelt Personen." Hier und da habe es auch Anfragen von Bürgern gegeben, die zwar kein Schreiben erhalten hatten, sich aber trotzdem Sorgen über den Tuberkulose-Fall machten. "Diese Personen wurden an ihre Hausärzte verwiesen."
Die offiziellen Untersuchungen des Kreisgesundheitsamtes sind allerdings noch nicht abgeschlossen. In der kommenden Woche sollen die Betroffenen in der Unesco-Schule zu einem Hauttest erscheinen. Dieser Test verrät, ob ein Mensch den Tuberkel-Erreger in sich trägt. Das allerdings, so hatte jüngst in unserer Zeitung der Lungenexperte Dr. Thomas Voshaar vom Krankenhaus Bethanien in Moers erläutert, ist ohnehin bei einem Drittel der Weltbevölkerung der Fall und kein Grund zur Panik.
Das genaue Datum des Tests steht laut Kreis-Sprecher Gerhard Patzelt noch nicht fest. Er wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.
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