Moers: Tummelferien international
VON DEBORAH HAKENHOLZ UND NADINE SAPOTNIK - zuletzt aktualisiert: 31.07.2010Moers (RPO). Zur Zeit sind elf junge Menschen aus aller Welt in Moers zu Gast und unterstützen mit viel Engagement die Arbeit in den Spielpunkten Meerbeck und Eick-West. Den Austausch hat der SCI organisiert.
Elf gut gelaunte junge Leute tanzen gemeinsam mit den Kindern der Tummelferien in Eick-West. Sie sprechen zwar alle eine andere Sprache, verstehen sich aber prächtig. Zum sechsten Mal seit 2004 sind Workcamper aus der ganzen Welt in Moers zu Gast, um Tummelferien an den Spielpunkten Eick-West und Meerbeck zu unterstützen.
USA, China und dann Moers
Einige der Workcamper hatten sehr lange Anreisezeiten. Zwei Teilnehmer aus den USA sind zuerst nach China geflogen, dann weiter mit dem Flugzeug nach Moskau und von dort aus mit dem Zug über Wien nach Moers. Weitere Teilnehmer kommen aus Spanien, Serbien, der Ukraine, Russland, Tschechien und der Slowakei. Die Grundidee hinter dem Projekt ist, dass die Teilnehmer zum einen Vorurteile abbauen, zum anderen aber auch Freundschaften schließen und andere Kulturen kennenlernen sowie einen Einblick in die Förderung von Kindern in Deutschland erhalten.
Organisiert wird das Workcamp vom SCI (Service Civil International) Moers. Dieser sorgt für die Verpflegung und Unterbringung der Gäste. Für drei Wochen sind die Workcamper im SCI-Gebäude der Barbara-Schule in Meerbeck untergebracht. Bereits ein halbes Jahr vorher haben die Leiter des Workcamps, Ramona Braniecki (19) und Johannes Kiefl (20), mit Hilfe von Frank Liebert, dem Fachbereichsleiter Jugendhilfe, mit den Planungen für das Workcamp begonnen und Ausschreibungen für das Camp weltweit verschickt. Mit Hilfe der zahlreichen Partnerorganisationen des SCI finden jedes Jahr an die 1000 Workcamps weltweit statt. Daher werden auch einige der Workcamper aus Eick-West nach dem Ende der Tummelferien in ein weiteres Workcamp reisen.
So war die 22-jährige Olena Nikolaieva aus der Ukraine vor ihrem Besuch in Moers bereits in einem anderen Workcamp in Wien. Der Tagesablauf der internationalen Gäste ist abwechslungsreich: Bis mittags helfen sie bei den Tummelferien und danach gibt es so genannte "study parts", bei denen über verschiedene Themen diskutiert und referiert wird. Am Wochenende werden Ausflüge unternommen. So gab es bereits einen Ausflug zum Kölner Dom oder eine Fahrradtour durch Moers. Heute werden die elf Gäste ins benachbarte Venlo fahren.
"Amtssprache" ist Englisch
Da nicht alle Workcamper Deutsch sprechen, ist die "Amtssprache" für die Zeit in Moers Englisch. Trotzdem möchten alle Jugendlichen aus dem Ausland ihre Deutschkenntnisse verbessern, so auch Alyson Sewell aus Wisconsin, USA. Die 23-Jährige ist zum ersten Mal in Moers. "Mir gefällt es besonders, mit den anderen Workcampern zusammen zu kochen oder im Café zu sitzen", sagt Alyson.
Am kommenden Mittwoch sind die Tummelferien für dieses Jahr vorbei. Dann fahren auch die elf jungen Helfer wieder in ihre Heimat oder in ein anderes Workcamp in einem anderen Land.
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