Moers: Typisierungs-Party im Bollwerk
VON DEBORAH HAKENHOLZ - zuletzt aktualisiert: 18.09.2010Moers (RPO). Der 27-jährige Philipp Küpperbusch ist an Leukämie erkrankt und braucht dringend einen Stammzellspender. Am kommenden Donnerstag gibt es eine Typisierungsaktion im Grafschafter Gymnasium und im Bollwerk.
Für Familie und Freunde ist es ein Alptraum zu erfahren, dass ein geliebter Mensch an Krebs erkrankt ist. Vor allem wenn dieser noch sehr jung ist. Die Ärzte diagnostizierten dem 27-jährigen Philipp Küpperbusch am 21. Juli diesen Jahres Leukämie. Um sein Leben retten zu können, wird ein passender Stammzellspender benötigt.
Um Philipp Küpperbusch und allen anderen Erkrankten weltweit eine Chance zum Überleben zu geben, findet am kommenden Donnerstag, 23. September, eine Typisierungsaktion unter dem Titel "Dein Typ ist gefragt!" im Grafschafter Gymnasium und im Bollwerk statt. Man braucht keine Angst vor Spritzen zu haben, da man keine Blutprobe abgeben muss. Es wird einfach ein kleiner Abstrich in der Mundhöhle mit einem Wattestäbchen genommen. Ab 16 Uhr gibt es im Bollwerk 107 eine Party mit Typisierung bis in die späten Abendstunden. Dazu werden Bands wie "The Bonny Situation", "Neuser" und "Mobile" auftreten, die auch für ältere Ohren was zu bieten haben.
"Wir hoffen, dass nicht nur junge Leute zu der Party kommen, sondern auch Leute, die zu alt zum typisieren sind und eventuell etwas spenden", erhofft sich die Mutter Angelika Küpperbusch von der besonderen Aktion.
Mit der Idee einer Party wurde Familie Küpperbusch vom Verein Stammzellspende Rheinland "überrollt", da dieser ihnen 1000 Würstchen und 250 Liter Bier zur Verfügung stellte. Doch es fand sich kein geeigneter Platz für die Party. Philipp Küpperbusch war als jüngstes Stadtratsmitglied mit seiner Idee, das Bollwerk 107 zu gründen, auf Widerstand gestoßen. "Durch Philipp existiert das Bollwerk überhaupt", sagt die Mutter. Da er dort auch gerne feierte und sich einen großen Freundeskreis aufgebaut hat, ist er sehr bekannt unter den jüngeren Moersern. Also entschlossen sich die Mitarbeiter des Bollwerks und die Crew des Free-Fall Festivals, die Party für ihn zu organisieren. "Wir sind total begeistert von der Hilfsbereitschaft der jungen Leute. Diese Aktion soll den Faden der Zusammenarbeit widerspiegeln", sagt Angelika Küpperbusch erwartungsvoll. Daher hoffen sie "auf eine schöne Party für jung und alt". Zudem wird ein mit auffälligen Schildern und Postern geschmückter Weg Interessierte vom Grafschafter Gymnasium zum Bollwerk führen. "Auch auf Grund der Baumaßnahmen in der Innenstadt muss der Weg gut sichtbar sein", erklärt Silke Müller, die mit dem jüngeren Sohn Julian Küpperbusch befreundet ist und im Bollwerk arbeitet.
Die Typisierungsergebnisse werden ins Zentrale Knochenmarkspenderregister in Ulm weitergeleitet, das weltweit agiert. Ein Bekannter der Familie hat so einem Mann in Nordamerika mit seiner Spende das Leben gerettet. Als Stammzellspender kommen alle gesunden Personen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren in Frage. Da die Kosten von 50 Euro pro Person für eine Ersttypisierung weder von Bund und Ländern noch von den Krankenkassen übernommen werden, ist die Knochenmarkspendezentrale auf Spenden angewiesen. Die Spenden für Philipp gehen an die Knochenmarkzentrale des Universitätskliniukums Düsseldorf. Leider sind Philipps Genmerkmale sehr selten, daher ist es für ihn lebenswichtig, dass sich möglichst viele Menschen typisieren lassen.
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