Moers: Umzug in die Zukunft
VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 07.09.2010Moers (RPO). Am 2. Oktober ist die alte Zentralbibliothek zum letzten Mal vor dem Umzug geöffnet. Am neuen Standort wird die Ausleihe auf eine moderne Selbstbedienungstechnik umgestellt. Neue Ausweise gibt es schon jetzt.
Früher hieß es in einer solchen Situation schlicht: Pech gehabt. Wer am Montag verreist und am Sonntag bemerkt, dass er noch ausgeliehene Bücher oder Platten in der Zentralbibliothek hätte zurückgeben müssen, konnte höchstens aus dem Urlaub telefonisch verlängern. Doch demnächst wird alles viel einfacher. Das Zauberwort heißt Verbuchung mit RFID-Technik. Wenn Ende des Jahres die Bibliothek im Neubau des Bildungszentrums wieder eröffnet, gibt es dort einen Außenautomat für die Medienrückgabe auch außerhalb der Öffnungszeiten, also abends, am Wochenende und ebenso montags.
Bibliothek in Zahlen
13000 Nutzer, Bestand von rund 100 000 Medien, Umlauf im Jahr 7,7 Ausleihen pro Medium im Jahr. In den Jahren 2007/2008 nur 3100 nicht ausgeliehene Titel (weitgehend Magazin), Ausleihen 2009 insgesamt über eine Million, davon fast 900 000 in der Zentralbibliothek. 30 Mitarbeiter, davon 27 in der Zentralbibliothek, einschließlich zwei Auszubildende.
Die Abkürzung RFID steht für Radio Frequency Identification, zu deutsch Identifizierung mit Hilfe elektromagnetischer Wellen. Wenn die Ausleihmedien mit dem RFID-Chip ausgestattet sind, dann können die Lesegeräte sie berührungsfrei erkennen und verbuchen. Für die Mitarbeiter der Ausleihe entfällt dann das zeitintensive Öffnen von CD- und DVD-Hüllen.
Der letzte Monat
Der letzte Monat in der alten Zentralbibliothek im Hanns-Dieter-Hüsch-Haus hat begonnen. Der 2. Oktober ist der letzte Tag, an dem die "alte" Bibliothek geöffnet hat. Von den 13000 Nutzern der Bibliothek haben sich bereits 5000 einen neuen Bibliotheksausweis besorgt. Den braucht man, um an neuer Stelle mit den Selbstbedienautomaten buchen zu können. Gabriele Esser, Leiterin der Bibliothek, ermuntert die Nutzer, sich für die Schließungszeit mit einem Vorrat an Medien zu versorgen. Natürlich werden die Ausleihzeiten angepasst, damit nicht alle am ersten vorgesehenen Öffnungstermin 30. November an der Wilhelm-Schroeder-Straße Schlange stehen müssen. Zugleich können alle zwischenzeitlich auch die Zweigstellen in Kapellen und Repelen benutzen.
Ab 11. Oktober steht der Umzug an. Vorher müssen die Mitarbeiter der Bibliothek alle Medien, rund 100 000 an der Zahl, anpacken, den Magnetstreifen deaktivieren und mit dem neuen RFID-Chip versehen. Künftig sind die Mitarbeiter von Routinearbeiten wie der Ausleihe weitgehend entlastet. Alle 27 Mitarbeiter ziehen ins neue Gebäude um. Ihnen bleibt in Zukunft mehr Zeit für die Beratung oder die Arbeit mit dem Lesenachwuchs in KiTas.
Bereits jetzt stehen im neuen Domizil neue Regale und Möbel. Für Gabriele Esser ist aber noch alles "seelenlos", denn die Bücher fehlen noch. Ohne Medien ist eine Bibliothek keine Bibliothek. Die Nutzer können sich aber schon jetzt auf die neuen Räume freuen, etwa auf eine neue Hör-Bar für CDs.
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