Moers: Unbekannter Landschaftspark
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 09.08.2010Moers (RPO). Die Initiative Landschaftspark Niederrhein, die einst fulminant und mit viel Zuschüssen gestartet ist und auch einige etablierte Projekte wie die Halden umgesetzt hat, gibt es immer noch – aber wozu eigentlich?
Landschaftspark, das klang Mitte der 90er Jahre besonders gut. Weil man mit dem Begriff solch beeindruckende Projekte verband wie die umfunktionierte Industriefläche in Duisburg-Meiderich. Deshalb wurde die regionale Initiative von Kamp-Lintfort, Moers, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg sowie der Gemeinden Issum, Alpen (heute nicht mehr dabei) und Rheurdt "Landschaftspark Niederrhein" genannt. Ein Name, der kaum jemandem etwas sagt. Die interkommunale Wirtschaftsförderung "Wir-4" oder "Niederrhein Tourismus", okay, das kennen die Leute in Moers und Umgebung vielleicht. Aber "Landschaftspark Niederrhein"?
Homepage
"Die Homepage des Landschaftspark Niederrhein wird derzeit überarbeitet", steht auf der Internetseite. Tatsächlich möchte Rolf Heber die Seite neu gestalten lassen und ein ganz neues, Redaktionssystem zu installieren.
Dabei ist man in Moers mittendrin im Park. Die Geschäftsstelle ist nach wie vor im Alten Rathaus angesiedelt. Früher, von Ende 2001 bis 2004, da konnten sich Rolf Heber und zwei weitere Mitarbeiter zu hundert Prozent nur um den Landschaftspark kümmern. "Landschaftspark Niederrhein sollte eine Marke werden, die Touristen hierher lockt", erklärt Rolf Heber. So ganz hat das nicht geklappt.
Gestartet mit viel Elan
2004 lief die Förderung aus. Das ehrgeizige Projekt, mit viel Elan gestartet, schlief mehr und mehr ein. Heber und die beiden Kollegen dürfen heute nur noch zehn Prozent ihrer Arbeitszeit für das Gemeinschaftsprojekt aufbringen. 5000 Euro ist der jährliche Etat. Heber, vorrangig für die Wirtschaftsförderung zuständig, erinnert sich 15 Jahre zurück: Als das Gewerbegebiet Genend entstand, suchte man nach Maßnahmen, die den Standort "linker Niederrhein" weiter aufwerten sollten. "Hauptzielsetzung ist, mit dem "Landschaftspark" Tourismus und Freizeitwirtschaft, Kultur- und Sportwirtschaft als Kompetenzfelder in Ergänzung der wirtschaftsstrukturellen Entwicklung der Region zu entwickeln", heißt es auf der Internetseite (www.landschaftspark-niederrhein.com), die seit Jahren kaum aktualisiert worden ist. Immerhin, einige Dinge wurden umgesetzt. Die 15 Millionen Euro Fördermittel flossen unter anderem in die Halden Rheinpreußen und Norddeutschland, den beiden Prunkprojekten des Landschaftsparks. Aber auch der Kulturpfad Kamp-Lintfort (heute Wandelweg), die Herrlichkeistmühle Issum, die Anlage Oermter Berg, Teile der Nepix Kull und des Jungbornparks sowie Wanderwege im Lauersforter Wald sind mit Landschaftspark-Geldern verschönert worden. "Wir haben auch acht Schutzhütten für Radfahrer aufgestellt", sagt Heber. Die Hütten sind jedoch mittlerweile allesamt abgebrannt. "Wenn wir wenigstens eine halbe Stelle hätten, die sich nur um Belange des Landschaftsparks kümmert, könnten wir die Ideen wieder aufleben lassen", meint Heber. Die anderen Kommunen, etwa Neukirchen-Vluyn, hätten die Visionen der regionale Initiative ebenfalls noch lange nicht verworfen. Heber. "Die sind nach wie vor interessiert."
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