Moers: Unter Beobachtung
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 13.08.2008Moers (RPO). Zum ersten Mal wird der öffentliche Raum in Moers von Videokameras überwacht. Auf den Parkplätzen Neuer Wall und Kautzstraße haben sieben Kameras den Betrieb aufgenommen. Neun weitere folgen auf anderen Parkplätzen.
Sie sind nicht besonders auffällig, haben aber einen scharfen Blick: die drei Kameras, die seit gestern Einfahrtschranke, Ausfahrtschranke und Kassenautomaten des Parkdecks Neuer Wall überwachen. Im Parkhaus Kautzstraße gingen vier Überwachungskameras in Betrieb. Neun weitere werden folgen. „Damit wollen wir zum einen Vandalismus einschränken, mögliche Straftaten aufklären und den Nutzerkomfort für die Autofahrer erhöhen“, erklärt der Technische Beigeordnete Günter Wusthoff.
Im vergangenen Jahr entstand an den Parkautomaten und -schranken ein Schaden in Höhe von rund 40 000 Euro. Zweimal alleine versuchten Unbekannte, den Kassenautomaten an der Kautzstraße aufzubrechen. Am Parkplatz Neumarkt wurden die Geräte mehrmals durch Graffitis beschädigt. Jetzt wird jede Bewegung – ganz gleich ob Fahrzeug oder Fußgänger – aufgezeichnet. Stellen die städtischen Mitarbeiter eine Beschädigung oder Straftat fest, gucken sie sich die aufgezeichneten Bilder der entsprechenden Kameras an und geben sie an die Polizei weiter.
Die Kosten
Die Kosten für die technischen Geräte belaufen sich auf rund 36 000 Euro, die Installation kostet etwa 7500 Euro. Seit vergangener Woche werden die Kameras installiert. Aufkleber weisen darauf hin, dass man rund um die Schranken herum gefilmt wird.
„Keine Überwachungsstadt“
Es werden nur die Daten verwendet und gespeichert, die zur Strafverfolgung benötigt werden, etwa Fahrzeugtyp, Kennzeichen und Personen im Fahrzeug. Alle nicht benötigten aufgezeichneten Daten werden am nächsten Tag gelöscht, versichert Wusthoff. Auf den Rechner in der Leitzentrale haben maximal drei Personen Zugriff. Der Datenschutz ist somit gewährleistet. „Gegen eine Überwachungsstadt hätte ich auch etwas“, so Bürgermeister Norbert Ballhaus. Er erhofft sich auch zusätzlichen Service für die Kunden: Hat ein Autofahrer Probleme an der Schranke, kann er sich über das Rufsystem an die Zentrale wenden. Die Mitarbeiter dort können über den Monitor eventuell Fehlerquellen schneller erkennen. Nachts ist das Rufsystem auf ein Bereitschafts-Handy umgeschaltet.
Neben Kautzstraße und Neuem Wall werden die Parkplätze Oberwallstraße, Neumarkt, Kastell sowie Bankstraße mit Kameras ausgerüstet. In 14 Tagen sollen die Installationen voraussichtlich abgeschlossen sein.
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