Moers: Veranstalter bricht Demo ab
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 24.05.2008Moers (RPO). Antragsteller Küpperbusch selbst löste die Versammlung von rund 100 Antifa-Aktivisten auf, ohne dass die Demonstranten Richtung „Hungrige Wölfe“-Konzert marschiert waren. Doch damit war nicht alles vorbei.
Die Demonstration gegen das Konzert der Hooligan-Band „Hungrige Wölfe“ fand gestern Abend nicht statt, zumindest nicht so, wie Antragsteller Philipp Küpperbusch es sich gedacht hatte. Das Ratsmitglied selbst entschied sich gegen 19.15 Uhr, die Versammlung der Protestler am Bahnhof aufzulösen und nicht mehr Richtung Kirschenallee zu ziehen, wo sich 500 bis 600 Fans der umstrittenen Band aus Bremen im und vor dem „Club Coyote“ eingefunden hatten. Zum einen konnte Küpperbusch offenbar die Auflage nicht erfüllen, selbst entsprechende Ordner für den Demonstrationszug zu stellen. Zum anderen kamen nicht so viele Aktivisten wie geplant – und der Veranstalter hatte schlichtweg Angst vor einer möglichen Übermacht der „Gegner“.
In Gewahrsam
Gestern Abend gegen 22 Uhr meldete die Polizei – abgesehen von den Personalien-Feststellungen – zwei Fälle, bei denen Personen in Gewahrsam genommen wurden. Ein Konzertbesucher hatte Flaschen Richtung Antifa geworfen, und ein Antifa-Aktivist wollte aus dem eingekesselten Block fliehen und wurde festgehalten.
Rund 100 Demonstranten aus dem linken Spektrum hatten sich zunächst im Bahnhofsbereich eingefunden. Etwa 200 Polizisten waren im Einsatz, hatten sowohl die Homberger Straße wie auch die gesamte Kirschenallee abgesperrt. Konzertbesucher wurden von den Beamten am Bahnhof vorbei Richtung Kirschenallee eskortiert, dabei kam es zu lauten Anfeindungen: „Wir kriegen euch alle!“, riefen die Antifa-Aktivisten, „weg mit dem linken Dreck!“ riefen die „Hungrige Wölfe“-Fans zurück. „Unter den Fans sind Leute, die dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen sind“, hatte Polizei-Pressesprecherin Sabine Vetter beobachtet. Aber es sind genauso Besucher darunter, die einfach nur die Musik gut finden.“
Nachdem Küpperbusch das Ende der Veranstaltung bekannt geben hatte, stieg ein Teil der Demonstranten nicht – wie Küpperbusch gehofft hatte – gleich in den Zug, sondern zog 100 Meter Richtung City. An der Kreuzung Klever/Homberger Straße kesselte die Polizei die 50 Antifa ein und überprüfte die Personalien. Wer sich nicht auswies, wurde mit Polizeibussen aufs Revier gefahren.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




