Kamp-Lintfort: Vogt: „Der Sockel sollte so hoch wie möglich sein“
VON SIMON PAKE - zuletzt aktualisiert: 11.12.2007Kamp-Lintfort (RPO). „Wir haben die Zielvorgaben voll erreicht.“ Reinhard Fox, Werksleiter des Bergwerks West, war sehr zufrieden mit seinen Kollegen. Bei der Betriebsversammlung mit rund 800 Bergleuten am Sonntag präsentierte er die Zahlen für die Jahresförderung 2007. Drei Millionen Tonnen wurden zutage gefördert. Auch der Streckenbau über zehn Kilometer befinde. Stolz war Fox auch auf die Unfallstatistik der Zeche. Alle drei Abbaureviere konnten an mehr als 100 Tagen am Stück unfallfrei arbeiten. Der Flöz Blücher sogar 220 Tage.
270 in den Ruhestand geschickt
„Unfallverhütung beginnt schon im Kopf“, so der Werksleiter. In den Themenbereich des Betriebsdirektors für Personal- und Sozialfragen fielen dagegen nicht so schöne Punkte. Er berichtete über den Personalabbau. „Der Tenor ist, dass wir das Niveau der letzten Jahre halten.“ 270 Beschäftigte wurden in den Ruhestand geschickt und 100 in andere Unternehmen vermittelt. „Wir achten natürlich darauf, dass wir die Kollegen nicht auf Jobs abgeben, wo sie nach einem halben Jahr arbeitslos sind.“ Insgesamt haben noch 4800 Menschen ihren Arbeitsplatz auf dem Bergwerk West. Im Zuge der Schließung des Bergwerkes Walsum wurden 220 Mitarbeiter schon dieses Jahr übernommen.
Kommendes Jahr sollen weitere 660 Bergleute aufgenommen werden. „So wechseln rund zehn Prozent unserer Belegschaft durch das Unternehmen. Wo ist das sonst so“, fragt Bauer. Trotzdem herrsche eine große Zufriedenheit unter den DSK-Kumpeln. Von nicht untergeordneter Bedeutung waren auch die Gesundheitsprogramme auf der Zeche. „Da legen wir ein besonderes Augenmerk drauf, denn durch die Anpassungen steigt das Durchschnittsalter jedes Jahr um mehr als ein Jahr“, weiß Bauer. Dabei sei ein großer Andrang zu vermelden.
Der Betriebsratvorsitzende Friedhelm Vogt sprach die politischen Rahmenbedingungen an. Er begrüßte zwar das frisch beschlossene Steinkohlefinanzierungsgesetz, erinnerte aber auch daran, dass es eingehalten werden müsse: „Wir Bergleute haben noch nie einen politischen Prozess unverändert gesehen“, sagte Vogt. Auch für einen Sockelbergbau trat er ein. „Der Sockel sollte so hoch wie möglich sein.“
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