Moers: Volksschule nach dem Zuff
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 23.11.2006Moers (RPO). Der Jugendhilfeausschuss befasst sich heute auf Anregung der FBG mit der Volksschule, nachdem die Stadt Rheinberg die Kooperation mit dem Zuff aufgekündigt hatte: Die RP sprach mit Geschäftsführerin Wenke Seidel.
Wenke Seidel, Geschäftsführerin der Volksschule in Moers, ist es bis heute noch nicht klar, warum sich die Stadt Rheinberg im Juni gegen eine weitere Zusammenarbeit entschieden hatte. Wie berichtet, hatte die Moerser Jugendkultureinrichtung im Jahr 2000 die Trägerschaft für das Jugendzentrum Zuff übernommen, im Juni wurde den Moerser der Vertrag zum 1. Dezember 2006 gekündigt: „Wir haben uns vom Ablauf überrumpelt gefühlt“, berichtet Wenke Seidel im Gespräch mit dem Grafschafter. Die Kündigung hat auch Auswirkungen auf den Betrieb der Jugendeinrichtung an der Südstraße. „Uns gehen wichtige Synergieeffekte verloren“, sagt die Geschäftsführerin, die sich derzeit einen Überblick über die Finanzen verschafft. Wichtige Personalentscheidungen sind bereits getroffen: Dem langjährigen Hausmeister der Volksschule wurde zum Ende des Jahres gekündigt.
Jugendhilfeausschuss
Die 12. Sitzung des Jugendhilfeausschusses findet heute um 15 Uhr im Großen Sitzungssaal des Alten Rathauses in Moers statt. Neben der Volksschule steht als weiterer Beratungspunkt das Thema Jugendkonferenzen auf der Tagesordnung.
Hausmeister gekündigt
Gespart wird auch am hauptamtlichen Personal der Volksschule. Die Mitarbeiter, die durch die Kooperation mit dem Zuff auf einer ganzen Stelle arbeiteten, müssen sich nun auf einer halben Stelle einrichten: „Anfallende Kosten, die bisher auf zwei Einrichtungen verteilt werden konnten, fallen nun allein auf die Volksschule zurück“, erklärt Wenke Seidel. Um diese Kosten, insbesondere im Verwaltungsbereich aufzufangen, müsse die Einrichtung Sparmaßnahmen ergreifen. „Ich bin gerade dabei, mir einen Überblick zu verschaffen, um zu sehen, was wir abstoßen müssen und wie es weiter gehen kann.“
Wenke Seidel begreift die Situation auch als eine Chance, die Volksschule neu aufzustellen. „Die inhaltliche Arbeit wird zum Glück über Projektmittel finanziert. Aber das alte Haus macht viel Arbeit. Es ist immer etwas zu reparieren.“ Die Rheinberger Entscheidung interpretiert die Geschäftsführerin der Volksschule als ein Politikum: „Für uns ist die Argumentation der CDU in Rheinberg, die die Entscheidung herbeigeführt hat, nicht schlüssig.“ Man habe eine stärkere sozialpädagogische Ausrichtung im Zuff gewünscht. Die Volksschule habe daraufhin ein neues Konzept erarbeitet. „Ein sehr gutes Konzept aus unserer Sicht“, sagt Seidel. Eine inhaltliche Diskussion habe es nicht gegeben. „CDU und FDP haben relativ kurzfristig gegen die weitere Zusammenarbeit gestimmt, während wir von den Facheinrichtungen ein positives Feedback bekommen haben“, sagt die Geschäftsführerin und fügt hinzu: „Wir waren bis zur Schmerzgrenze offen.“
Das macht die Lage der Volksschule jedoch nicht besser: „Der städtische Zuschuss der Stadt Moers zum Betrieb des Jugendkulturzentrums ist seit 1998 ein gedeckelter Festbetragszuschuss. Dies bedeutet bei laufender Kostensteigerung eine Kürzung der öffentlichen Zuwendungen Jahr für Jahr“, erläutert Seidel, die auf der anderen Seite einen steigenden Bedarf für die Jugendarbeit festgestellt hat. Seidel mahnt: „Die Stadt Moers muss sich da schon Gedanken machen.“
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