Moers: Vom Mut, eigene Träume wahr werden zu lassen
VON PETRA RIEDERER-SITTE - zuletzt aktualisiert: 19.08.2008Moers (RPO). „Piratenmolly Ahoi!“ erzählt von einem Mädchen, das auszog, Seemann zu werden. Die Geschichte ist ein Stück, das Mut macht, eigene Träume zu leben und wahr werden zu lassen. „Es ist eine Geschichte für Menschen mit guten Nerven, denn wir wissen nicht so genau, was mit Molly passiert und ob sie es schafft, ihre Wünsche wahr werden zu lassen“, erklärte Karin Derks, Regisseurin des Tim-Theaters, das mit der originellen und zugleich nachdenklich stimmenden Piratengeschichte die neue Spielzeit eröffnete.
„Träume sind dazu da, in Erfüllung zu gehen“, meint Molly Kelly, die in London mit ihrer Mutter in erbärmlichen Verhältnissen haust. Als die Mutter, „dargestellt“ von einer Kittelschürze, der knapp 13-Jährigen erklärt, sie müsse nun selbst für sich sorgen, beschließt Molly: „Ich will Seemann werden.“ Aber wie das Wort schon zeigt: Ein Seemann ist ein Mann, denn „harte Geschäfte werden von harten Männern erledigt“. Schließlich können Mädchen nicht kämpfen oder fechten oder Gefangene nehmen oder gefürchtet sein auf allen sieben Meeren. Doch Molly lässt sich nicht abschrecken. Verkleidet als Matrose Olly Kelly heuert sie auf der Poseidon an, einem Schiff mit acht Segeln, acht Kanonen und einem riesigen Steuerrad. Aljoscha Liebert, ein waschechter Seebär im Ringelhemd, groß, breit und gemütlich, erzählt die Geschichte mit sichtlichem Vergnügen. Julia Schneider spielt Molly erfrischend natürlich und temperamentvoll. Zu maritimen Klängen (Musik: Heinz Witte) stampft sie energisch über das liebevoll hergerichtete Schiffsdeck und lässt zu den Klängen von Rod Stewards „I am sailing“ die Seele baumeln. Natürlich macht Molly ihre Sache gut, besser, am besten. „Und der Haifisch, der hat Zähne…“ singt sie, während sie ganz heimlich von London träumt und wie wohl das Leben als feine Dame wäre. Der Schluss der Geschichte bleibt offen: Ob Molly bei dem Angriff der Spanier ertrinkt oder an Land gespült und von einem Grafen gerettet und geheiratet wird oder ein ganz anderes Schicksal erlebt – das durften die kleinen und großen Zuschauer selbst entscheiden. Einige höchst phantasievolle Vorschläge waren auf dem Weg zum Parkplatz bereits zu hören.
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