Moers: Vom Pattberg nach Australien
VON SIMON PAKE - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Moers (RPO). Bei ihrer 24-Stunden-Notfunkübung haben die Moerser Funkamateure von der Halde in Repelen aus Verbindungen in ganz Europa, mit Asien, den USA und Kanada sowie Australien hergestellt.
Bis nach Australien haben die Moerser Funkamateure bei ihrer 24-Stunden-Notfunkübung Verbindung aufgebaut. "Das war das Highlight", sagt Marcus Heger von den Funkamateuren. Ohne Probleme wurden aber auch Verbindungen in ganz Europa, mit Asien, den USA und Kanada hergestellt. Die Funker vom Verband der Funkamateure in Telekommunikation und Post VFDB Moers hatten sich ihr Material komplett selbst mitgebracht. Keine Stromleitungen, kein Telefon oder Internet. Nichts von dem, was für die moderne Kommunikation wichtig ist, findet sich auf der Halde Pattberg. Mit dicken Akkus und Stromaggregaten versorgten sich die Funker selbst. Auf einem Anhänger ist ein begehbarer Funkkoffer aufgebaut, der früher von der Bundeswehr benutzt wurde. Um weite Reichweite zu erzielen, waren eine 15 und eine 25 Meter hohe Antenne montiert.
Wenn die Handys ausfallen
Die Moerser Funkamateure sind auch im Notfunk Kreis Wesel integriert. Als Katastrophenschutzeinheit des Kreises müssen die Notfunker vollkommen autark sein. Sie müssen sich selbst versorgen können. "Die Feuerwehren können uns anfordern und wir können ihnen zusätzliche Kommunikationskanäle anbieten, wenn im Katastrophenfall andere Netze zusammenbrechen", erklärt Heger die Aufgabe der Funker. Die vermeintlich modernen Handynetze benötigen nämlich auch Relais, die ohne Strom nicht funktionieren. Selbst mit Strom kann ein erhöhtes Telefonaufkommen, wie an Silvester, dieses Netz zusammenbrechen lassen. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, üben die Funker vier bis sechsmal im Jahr auf dem Pattberg. Neben dem ernsten Hintergrund ist so eine auch "Fieldday" genannte Notfunkübung ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, weit entfernte Funkstationen zu erreichen.
Gefunkt wird dabei über Kurzwelle. Für das ungeübte Ohr kam aus dem Funkgerät nur ein unverständliches Stimmgewirr. Für die Operateure vor dem Gerät war aber alles kein Problem. Sie unterhielten sich mit den Unsichtbaren gegenüber irgendwo auf der Welt. 20 Funker nahmen an der Übung teil. Um den Funktaster drücken zu dürfen, bedarf es einer Amateurfunklizenz, die von der Bundesnetzagentur ausgestellt wird. "Dann kann man sich selbst Funkgeräte bauen und damit funken", erzählt Heger. Jeder Funker bekommt auch ein weltweit einmaliges Rufzeichen.
Der Notfunk Kreis Wesel hat als Gruppenzeichen "DK0PA". Das "D" ist die Länderkennung. So war es auch nicht schwer den australischen Gesprächspartner an seinem Funkrufnamen zu erkennen, der mit "VK" für Australien beginnt.
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