Kamp-Lintfort: Vorrang für Fußgänger
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Kamp-Lintfort (RPO). Die CDU konnte gestern im Ausschuss für Stadtentwicklung nicht mit den Ergebnissen ihrer Umfrage zur weiteren Gestaltung der Moerser Straße bis zum Verkehrspavillon überzeugen: Der Umbau wird wie geplant realisiert.
Die Moerser Straße wird von Friedrichstraße bis Pavillon zur Fußgängerzone: Die CDU startete gestern einen letzten Überzeugungsversuch, den Bereich für Verkehr und Parken geöffnet zu lassen – ohne Erfolg. "Es gibt in Kamp-Lintfort kein Parkplatzproblem", setzte Johannes Tuschen, Sprecher der Grünen, der Diskussion um die Parkplatzsituation ein Ende. "Ich finde es drollig, dass die CDU das Thema seit Jahren immer wieder aus der Schublade holt." Tuschen begrüßte es, dass in diesem Bereich künftig Vorrang für Fußgänger und Radfahrer gewährt wird. Die Planungen sehen weiter vor, dass die Friedrichstraße komplett zur Einbahnstraße wird. Für die Autofahrer wird es an der Kreuzung Moerser Straße keine Wendemöglichkeit mehr geben. Einbiegende Fahrzeuge aus der Ringstraße können nur über die Königstraße ausfahren.
Platanen erhalten
Diese Verkehrsführung bewertete Franz-Josef Hüls, Sprecher der CDU-Fraktion, als einen Planungsfehler: "Das kann nicht funktionieren. Die Autofahrer werden an der Königstraße über einen Parkplatz gelotst. Ich halte diese Situation für gefährlich", mahnte der Politiker. Das sah Uwe Schubert (SPD) zwar ebenso: "Die Ausfahrt an der Königstraße könnte Probleme geben." Er hofft jedoch, dass sich der Verkehr auf der Friedrichstraße verringern werde, wenn es sich erst herumgesprochen habe, dass die Friedrichstraße Einbahnstraße geworden sei. Ähnlich sah es Thomas Reif, Sprecher der FBG-Fraktion. Die Einrichtung der Einbahnstraße sei aus Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich, teilte die Stadt gestern in einer Pressemitteilung mit. Durch die entfallende Wendemöglichkeit für den Autoverkehr in der Moerser Straße würde bei Beibehaltung des Zweirichtungsverkehrs ein Konfliktpunkt im Kreuzungsbereich Moerser- und Friedrichstraße entstehen. Ein Thema war gestern auch das Parken auf der Friedrichstraße. Die Politiker gaben mehrheitlich grünes Licht für ein beidseitiges Längsparken. Zudem wollen sie den Bestand an Platanen erhalten. Durch das Längsparken entstehen laut Verwaltung zehn zusätzliche Stellplätze zum vorhandenen Bestand. Damit zeigte sich jedoch Manfred Schube von der FDP nicht einverstanden. Er forderte Querparkplätze, wodurch sich die Anzahl der Stellplätze erhöhen würde. Rita Hoff, Technische Beigeordnete, machte zu Beginn der Sitzung deutlich, dass die Verwaltung einen Maßnahmenbeschluss erwartet. "Wir wollen bis zum Ende des Jahres die Fördermittel abrufen. Gibt es Verzögerungen, dann laufen wir Gefahr, die Mittel nicht mehr abrufen zu können."
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