Moers: Warten auf den Frühling
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 27.02.2009Moers (RPO). Die Arbeitslosenquote in der Grafschaft steigt trotz der Krise nur leicht. Hoffnung setzen die Experten der Arbeitsagentur jetzt auf wärmere Temperaturen – und damit auf Stellen auf dem Bau und in "grünen Berufen".
grafschaft Zurzeit jagt eine Hiobsbotschaft die nächste. Deutschland steckt in einer tiefen Wirtschaftsrezession, allerorts gibt es Firmenpleiten und Entlassungen – das gerade aufgelegte Konjunkturpaket droht zu verpuffen. Um so erfreulicher stimmen da die gestern erschienenen Arbeitsmarktdaten für die Agenturbezirke Moers und Kamp-Lintfort. "Das erwartetete Horrorszenario ist ausgeblieben", sagt Arge-Bereichsleiter Gerburg Dicks. Zwar sind die Arbeitlosenquoten (Moers um 0,3 auf 7,6 Prozent und Kamp-Lintfort um 0,1 auf 7,9 Prozent) im Februar wieder gestiegen. Im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres gibt es in Moers aber jetzt 300 Arbeitslose weniger – in der Klosterstadt gar 379.
Kurzarbeit
Arbeitgeber, die Fragen rund um das Thema Kurzarbeit haben, können sich an die Arbeitsagentur Kreis Wesel richten. Der zuständige Sachbearbeiter Martin Karzynski ist unter Tel. 02 81 96 20 523 zu erreichen.
Mehr Informationen gibt es unter www. arbeitsagentur.de
Weniger Arbeitslose als im Vorjahr
Die Quoten lagen damals bei acht Prozent (Moers) beziehungsweise 8,8 Prozent in der Bergbaustadt. Gerade wegen der Krise sei das kein schlechter Wert, so Dicks. Trotzdem: Die Konjunkturkrise hat die Grafenstadt erreicht. "Der Anstieg im Vergleich zum Januar lässt sich nicht mehr allein durch die frostige Witterung erklären", sagt Helmut Zekorn, Leiter der Moerser Arbeitsagentur. Er befürchtet für die nächsten Monate einen zunehmenden Anstieg an Arbeitslosenmeldungen. Hoffnung setzen die Experten der Arbeitsagentur auf den bald beginnenden Frühling. "Wärmere Temperaturen wirken sich immer positiv auf den Arbeitsmarkt aus, vor allem bei den so genannten grünen Berufen", erklärt Bodo Heitbrede, Geschäftsstellenleiter Arbeitsagentur Kamp-Lintfort.
Dass eine bessere Witterung alleine nicht ausreicht, wissen sie. Ein probates Mittel im Kampf gegen steigende Arbeitslosenzahlen ist Kurzarbeit. "Die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes auf 18 Monate hat sich schon bezahlt gemacht", meint Zekorn. Anträge von Firmen, die Kurzarbeit in Anspruch nehmen wollen, seien deutlich gestiegen. "Die Unternehmen wollen ihre Fachkräfte möglichst behalten, auch wenn die Auftragsbücher nicht voll sind. Sie wissen, dass qualifiziertes Personal rar ist", so der Agenturleiter. Arbeitnehmer, die in Kurzarbeit geschickt werden, also zum Beispiel statt 40 nur noch 28 Wochenstunden arbeiten können (müssen), bekommen den Verdienstausfall bis zu 67 Prozent von der Arbeitsagentur erstattet.
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