Neukirchen-Vluyn: Wasser statt Wein
VON STEPHAN MÜNDGES - zuletzt aktualisiert: 15.05.2007Neukirchen-Vluyn (RPO). Mit dem Weinfest in Vluyn begann am Wochenende das Stadtmarketing-Veranstaltungsprogramm. Doch das schlechte Wetter vermieste das Fest. Die Händler kritisierten, das Fest sei nicht genügend publik gemacht worden.
Die Jazz-Combo, die am Samstag Nachmittag auf der Bühne am Vluyner Platz die Leute zum Swingen bringen sollte, sah sich einem leeren Platz gegenüber. Nur wenige trotzten dem Wind und den immer wieder auftretenden Regenschauern.
Erstmals fand der Vluyner Mai zweitätig statt. Unter dem Motto „Weinfest in Vluyn“ wollten Winzer aus Baden, Rheinhessen, von der Mosel und aus der Pfalz mit ihren Produkten Weinfreunde und –kenner anlocken. Doch Petrus spielte dieses Jahr nicht mit. „Man sagt ja eigentlich, der liebe Gott ist ein Neukirchen-Vluyner“, sagte Mit-Organisator Dieter Rink vom Werbering mit Blick auf den Erfolg im letzten Jahr. Damals hatten Wein und gutes Wetter viele Besucher angelockt. Doch dieses Jahr sei das Wetter so schlecht, dass viele Leute zu Hause blieben, so Rink.
Niederrheinallee gesperrt
Damit für alle Stände genug Platz vorhanden war, hatte man extra die Niederrheinallee von der Bahnhofsstraße bis zum Parkplatz der Feuerwehr gesperrt. Dabei wäre so viel Platz nicht nötig gewesen. Die Stände standen weit verstreut und da die Besucher fehlten, sahen sie eher verloren als einladend aus. Eine junge Besucherin wunderte sich gar, ob man hier noch aufbaue. Auch bei anderen Besuchern kam dieser Aufbau nicht gut an: „Es ist ein Unding, die Innenstadt zu sperren“, beschwerte sich ein Weinkenner. Er sei oft auf Weinfesten, aber nirgends seien die Stände so weit verstreut. „Es kann nicht sein, dass man hier 100 Meter laufen muss, bevor man am nächsten Stand ist“, sagte er spitz. Veranstalter Rink dazu: „Die Stände sind extra so angeordnet.“ Da im letzten Jahr so viel los gewesen sei, wollte man sicher gehen, dass genug Platz vorhanden sei. Der Regen machte den Organisatoren allerdings einen Strich durch die Rechnung. Änderungsbedarf sah Rink allerdings auch: „Sollten wir die Veranstaltung im nächsten Jahr wiederholen, werden wir überlegen, alles etwas kompakter zu gestalten.“
Die Werbetrommel rühren
Einige Besucher sowie der Winzer Gerhard Fünfgeld, der für das Weinfest aus Südbaden gekommen war, monierten außerdem, dass für das Weinfest nicht laut genug die Werbetrommel gerührt worden sei. „Wir haben heute morgen beim Aufbau Anwohner getroffen, die gar nicht wussten, was hier heute los ist“, berichtete Fünfgeld. Seine Lebensgefährtin Gabriele Lott stimmte ihm zu: „Die Veranstaltung muss publiker werden.“ Insbesondere für Winzer, die eine weite Anreise in Kauf nehmen müssen, um am Weinfest teilzunehmen, sei so geringe Resonanz sehr schade. Dieter Rink kann diese Kritik nicht nachvollziehen. Man habe mit großen Transparenten sowie Plakaten in allen Geschäften geworben. „Das ist genug Werbung“, zeigte er sich überzeugt.
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