Neukirchen-Vluyn: Wenn Fett in Flammen steht
VON SIMON PAKE - zuletzt aktualisiert: 14.09.2010Neukirchen-Vluyn (RPO). Der Löschzug Neukirchen informierte beim Brandschutztag rund um das Gerätehaus an der Lindenstraße über gefährliche Situationen im Alltag, den Ablauf von Einsätzen und bot ein abwechslungsreiches Programm.
Sie sind zwar keine Seeleute, aber sie tragen zumindest blau. Die Rede ist vom Löschzug Neukirchen. Die Blauröcke veranstalteten ihren traditionellen Brandschutztag am Feuerwehrgerätehaus an der Lindenstraße unter dem Motto: "Gehen sie vor Anker bei dem Löschzug mit Herz." Bei sonnigem Wetter strömten viele Bürger zum Tag der offenen Tür bei ihrer Feuerwehr. Die nutzte das Interesse für Brandschutzaufklärung. Gezeigt wurde, wie gefährlich es ist, brennendes Fett mit Wasser zu löschen. Das führt zu einer riesigen Stichflamme, die gerade in einer engen Küche den ganzen Raum in ein Flammenmeer verwandeln kann.
Neubau
Der Brandschutztag am vergangenen Wochenende wird wohl einer der letzten am Standort Lindenstraße gewesen sein, denn laut Ratsbeschluss soll ein neues Gerätehaus in Kombination mit einem neuen Baubetriebshof im Bereich Schulzentrum/Tersteegenstraße gebaut werden.
"Hinein ins Fahrzeug!"
Nicht minder gefährlich sind Spraydosen, die explodieren können, wenn sie erhitzt sind. Die Fettexplosion war dann auch gleich so heftig, dass sie ein vorbereitetes Holzhaus in Flammen setzte. Die Besucher konnten nun erleben, wie es bei einer Freiwilligen Feuerwehr zu geht. Per Sirene wurden die Kräfte alarmiert und rückten mit dem Auto von Zuhause an. Dann hieß es "Schnell in die Brandschutzbekleidung und hinein ins Fahrzeug!" Das wurde dann vor die Halle gefahren, und bei geöffneten Türen konnte verfolgt werden, wie sich der Angriffstrupp mit Atemschutz ausrüstet. Kurz danach ging es dem Feuer an den Kragen. Vorsichtig öffnete der Trupp die Tür, um nicht von einer Rauchgasexplosion überrascht zu werden. Die entsteht, wenn das Feuer durch die geöffnete Tür plötzlich Luft bekommt und sich die heißen Rauchgase entzünden. Nach wenigen Minuten hatten die Wehrleute das Feuer im Griff.
"Mit dieser Übung konnte den Besuchern das gezeigt werden, was Nichtfeuerwehrleute selten oder fast nie mitbekommen", so Jörg Uhlig, Pressesprecher vom Löschzug Neukirchen. Für das jüngere Publikum gab es einen Luftballonwettbewerb, Kinderquiz und eine Hüpfburg.
Wer es etwas sportlicher mochte, konnte die rund zehn Meter hohe Kletterwand erklimmen. Natürlich konnte auch die Technik besichtigt werden. Da gab es ein Tanklöschfahrzeug für Brände oder den Rüstwagen, der bei technischen Hilfeleistungen, wie bei Verkehrsunfällen zum Einsatz kommt. Wer mochte, konnte einen Blick auf die flammenabweisende Brandbekämpfungskleidung werfen, über die jeder Feuerwehrmann in Neukirchen-Vluyn verfügt. Die soll die Wehrleute vor schweren Verbrennungen schützen. Die war zum Glück abends nicht mehr nötig, da wurde der Brandschutztag mit einer Party beendet.
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