Moers: Wenn’s sauer aufstößt
VON JUTTA LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 09.06.2007Moers (RPO). Am Montag startet die Gastro-Liga eine bundesweite Aktion gegen Sodbrennen und Speiseröhrenkrebs. Auch das St. Josef-Krankenhaus beteiligt sich eine Woche lang mit einer Telefonaktion.
Gastro Liga
Über die Telefon-Aktion am St. Josef-Krankenhaus hinaus besteht außerdem die Möglichkeit, gegen einen adressierten und mit 1,45 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlag, bei der „Gastro Liga e.V., Friedrich-List-Straße 13, in 35398 Gießen, einen kostenlosen Ratgeber mit dem Titel „Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden“ anzufordern.
Sodbrennen, fast jeder kennt es und hat es schon mal gehabt, nach einem zu üppigen Essen oder einer feucht-fröhlichen Party. „Trink halt einen Schluck Milch“, kriegt man dann meistens gesagt, wenn nach dem Aufstoßen die Speiseröhre zu brennen beginnt und sich im Mund ein unangenehm, säuerlicher Geschmack breit macht. Die Ursache dafür ist Magensäure, die beim Aufstoßen aus dem zu sehr gefüllten oder auch durch Kleidung beengten Magen in die Speiseröhre aufsteigt und dort den empfindlichen Schleimhautbelag verätzt.
Schluck Milch hilft
Meistens hilft der berühmte „Schluck Milch“ auch schon dagegen, oder ein frei verkäufliches Präparat aus der Apotheke, das die Magensäureproduktion zeitweise unterdrückt. Wenn Sodbrennen jedoch zu einer fast täglichen Belästigung wird, kann es nicht nur unwiderrufliche Dauerschäden an der Speiseröhrenschleimhaut, sondern im Endeffekt sogar Krebs verursachen. Noch zählt der Speiseröhrenkrebs zu den eher seltenen Tumorarten, doch die gastroenterologischen Fachärzte haben in den letzten 30 Jahren eine besorgniserregende Zunahme festgestellt. „Viele Betroffene halten ihre Beschwerden noch immer für so harmlos, dass sie erst viel zu spät damit zum Arzt gehen“, weiß Dr. Christoph Vogt, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin und Gastroenterologe am Moerser St. Josef Krankenhaus. „Oft hat sich die Schleimhaut in der Speiseröhre dann schon so verändert, dass eine lebenslange Medikation notwendig wird oder gar operiert werden muss. Hinzu kommt, dass die veränderte Schleimhaut nachweislich die Bildung von Geschwüren bis hin zum Krebs begünstigt.“
Deswegen bieten er und zwei seiner Kollegen in der Woche vom 11. bis zum 17. Juni eine Hotline zum Moerser St. Josef Krankenhaus an, an der sich Interessierte und Betroffene jeweils zwischen 16 und 17.30 Uhr ausgiebig über das Thema „Sodbrennen“, seine Folgen und Behandlungsmöglichkeiten informieren lassen können. „Wir möchten die Öffentlichkeit auf diese Weise dafür sensibilisieren, einen vielleicht notwendigen Arztbesuch nicht zu lange hinaus zu schieben“, begründete Dr. Vogt die Aktion, die in dieser Woche in ähnlicher Form im ganzen Bundesgebiet von der „Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber“, kurz „Gastro Liga“, durchgeführt wird. Dabei stehen den Anrufern am St. Josef Krankenhaus Chefarzt Dr. Vogt unter Tel. 0 28 41/10 72 441 und Haiko Schmidt, Tel. 0 28 41/10 72 440, Dr. Regina Hood, % 028 41 / 10 74 153 , für Fragen zur Verfügung.
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