Grafschaft: Wie geht es weiter nach der Wahl?
VON DIRK MÖWIUS - zuletzt aktualisiert: 31.08.2009 - 11:12Grafschaft (RPO). Zumindest bei den Bürgermeisterwahlen gab es keine Überraschung. Die Fotos für die erste Lokalseite hatte der Grafschafter am Freitag ausgewählt – natürlich mit Option, gegebenenfalls zu tauschen. Doch das war am Sonntagabend unnötig. Eine Analyse.
Die vier Favoriten – in Neukirchen-Vluyn konnte Lenßen auf den kleinen Vorsprung der CDU bauen – machten auch das Rennen. Herausragend dabei das Ergebnis von Christoph Landscheidt in Kamp-Lintfort.
In Moers gab es einen klaren Gewinner: Die FDP erreichte ihr Wahlziel, holte zwei zusätzliche Mandate und überholte die Grünen. Die Liberalen haben offensichtlich alles richtig gemacht. Doch wie macht man alles richtig, werden sich heute in Katerstimmung die Aktiven der FBG um Claus Peter Küster fragen?
Großes Engagement, immer an der Stelle, wenn dem Bürger der Schuh drückt – und als Belohnung gefühlt ein Ratsmandat verloren. Der Wählerwille und die Mathematik gehen unergründliche Wege. Das mögen sich auch die Christdemokraten gedacht haben, die ungläubig auf die Ergebnisse starten und sahen, wie schnell sich alles von Juni (Europawahl) bis Ende August verändern kann.
Eine deutliche Niederlage für die Partei und auch für den Bürgermeisterkandidaten Cay-Jürgen Schröder. Doch manchmal lächeln auch Verlierer. Die SPD erzielte für Moerser Verhältnisse ein schlechtes Ergebnis, verlor auf breiter Front und ist meilenweit vom Wahlziel zweier zusätzlicher Mandate weg.
Trotzdem waren die Genossen bester Stimmung, hatten sie wohl viel Schlimmeres befürchtet. Noch in dieser Woche werden die Gespräche über die Fortsetzung der Ampel beginnen. Weiter gehen wird es ohne Zweifel, die geschrumpfte SPD wird allerdings nicht umhin kommen, gegenüber der erstarkten FDP sehr freundlich zu sein.
Solimare 2.0 ohne Eishalle ist mit Sicherheit kein Thema mehr in der Grafenstadt. Krisengespräche werden in der CDU Kamp-Lintfort anstehen. Das Ergebnis ist eine Katastrophe. Wie es möglich ist, mit einem ortsbekannten Bürgermeisterkandidaten aus dem Handwerk viel weniger Stimmen zu holen als mit einer importierten Kraft – das muss untersucht werden.
Vor der größten Herausforderung steht nun Harald Lenßen. Er muss sich in die Arbeit des Verwaltungschefs hineinfinden. Viel Zeit wird man ihm nicht dafür lassen. Und im Rat wird es bei den neuen Mehrheitsverhältnissen für ihn auch nicht einfach werden.
Ganz anders in Rheurdt, wo bei klaren Verhältnissen und Klaus Kleinenkuhnen als Kapitän weiterhin mit ruhiger Hand sachorientiert Politik gemacht werden kann.
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