Moers: Wieder Protest gegen Konzert
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 04.12.2008Moers (RPO). Wie im Mai ist am Freitag eine Protestaktion gegen das Konzert der umstrittenen Band „Kategorie C“ in einer Disco an der Kirschenallee geplant. „Die Linke“ ruft dazu auf. Die Polizei wird ein Großaufgebot bereithalten.
Freitagabend wird die Band „Kategorie C/Hungrige Wölfe“ erneut in der Diskothek in der Kirschenallee (vormals Club Coyote, jetzt Scala) auftreten. Wie bereits im Mai wollen Aktivisten aus dem linkspolitischen Spektrum dagegen protestieren. Wolfgang Klinger von der OLiLi/Die Linke rief vorgestern im Ausländerbeirat dazu auf, sich morgen um 18 Uhr in der Nähe des Bahnhofs zu einer Protestaktion zu treffen.
„Die Botschaft soll sein: Für gewaltsuchende Hooligans, Neonazis und Rassisten ist am Niederrhein kein Platz“, sagt er. Grünen-Ratsmitglied Philipp Küpperbusch, der im Mai die Gegendemonstration angemeldet hatte, bat bereits vor zwei Wochen den Bürgermeister zu prüfen, ob das Konzert abgewendet werden kann.
Demo-Anmeldung
Bis gestern Abend war nach Polizeiangaben noch keine Demonstration offiziell angemeldet worden. Die Frist war aber noch nicht abgelaufen.
Ohne eine Anmeldung könnte die Polizei eine mögliche Versammlung morgen am Bahnhof sofort auflösen.
Drittes und letztes Konzert
Es ist der dritte Auftritt der Bremer Band in diesem Jahr in der Moerser Disco. Der Betreiber sagt, er habe ursprünglich nicht gewusst, welchen Ruf „Kategorie C/Hungrige Wölfe“ habe und einen Vertrag für drei Konzerte unterzeichnet. Von diesem Vertrag habe er nicht mehr zurücktreten können. Während das erste Konzert im Frühjahr von der Öffentlichkeit noch weitestgehend unbeachtet vonstatten gegangen war (und daher kaum Polizeipräsenz notwendig war), kam die Polizei im Mai nicht mehr umhin, mit einem Großaufgebot vor Ort zu sein. Eine Gegendemonstration war angemeldet und genehmigt worden.
Allerdings wurde der geplante Marsch vom Bahnhof bis zur Kirschenallee im letzten Moment untersagt, da die vom Veranstalter organisierten Ordner offenbar nicht den gesetzlich geforderten Vorgaben entsprochen hatten. Im Umfeld war es lediglich zu wenigen, kleinen Auseinandersetzungen zwischen Konzertbesuchern und Demonstranten gekommen. Das Konzert selbst (mit etwa 700 Gästen) verlief vollkommen friedlich. Die Band wird von den Verfassungsschutzbehörden aktuell nicht als rechtsextremistische Band eingestuft. Die Musikgruppe ist nach eigenen Angaben „keine politische Band“, sondern versteht sich als Musikband mit dem Schwerpunktthema Fußball. Mit „Kategorie C“ werden von der Polizei die gewaltbereiten Hooligans bezeichnet. Auch morgen werden wieder rund 700 Konzertbesucher erwartet.
Beigeordneter Hans-Gerd Rötters weist darauf hin, dass nicht der Ausländerbeirat den Protest vorgeschlagen hat, sondern Klinger.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




