Moers: Windpark im Kohlenhuck
VON DIRK MÖWIUS - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Moers (RP). Das Projekt ist für ENNI ein wichtiger Baustein auf dem Weg in die Zukunft. Das Unternehmen will laut Stefan Krämer in diesem Jahr erstmals über 150 Millionen Euro Umsatz erreichen. 16 Millionen Euro werden investiert.
Ab 2014 dürften sich im Kohlenhuck die Windräder drehen. Die ENNI Energie & Umwelt Niederrhein gründete gemeinsam mit der RAG Montan Immobilien (RMI) und der Mingas-Power (Mingas), die ENNI RMI Windpark Kohlenhuck Projektgesellschaft. Sie soll die Entscheidung zum Bau des grünen Leuchtturmprojektes im Kohlenhuck vorbereiten, durch das dort fünf Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 16 Megawatt entstehen sollen.
Ob dort Ökostrom für rund 12 000 Haushalte produziert wird, hängt nun vom Genehmigungsverfahren und der technischen und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit ab. Läuft alles nach Plan, sollen die Gremien im Spätsommer über den Bau entscheiden. Dann soll auch die Genehmigung des bereits eingereichten Bauantrages durch den Kreis Wesel vorliegen. Bei einer Lieferzeit von bis zu einem Jahr könnte die rund sechsmonatige Bauphase somit frühestens im Herbst 2013 starten.
ENNI RMI Windpark
Die Aufgaben in der Projektgesellschaft sind klar verteilt. ENNI übernimmt die kaufmännische Betriebsführung, die Mingas die technische Steuerung des Projektes und RMI die Aufgaben rund um die Flächen. Die Geschäftsführer der ENNI RAG Montan Immobilien Windpark Kohlenhuck Projektgesellschaft sind Ulrich Porath (RMI), Gerd Wagner (Mingas Power) und Uwe Bruckschen, der Leiter der Unternehmensentwicklung der ENNI.
Genug Platz für Logistik
Bereits seit Monaten arbeiten die drei Partner intensiv an dem Projekt. "Auf und vor der Halde Kohlenhuck passen wie kaum an einem anderen Standort am Niederrhein die prognostizierte durchschnittliche Windgeschwindigkeit und der Abstand zur Wohnbebauung zusammen", ist sich Andreas Minke sicher. "Wir können das Vorfeld der Halde und auch das Haldenplateau als Standorte für die Windräder nutzen. Die Fläche reicht somit aus, Windräder und zukünftig möglicherweise auch ein GI-Industriegebiet anzusiedeln", so Theo Schlüter. Breite politische Mehrheiten in Moers würden den Standort bekanntlich gern auch für die Ansiedlung von Logistikunternehmen nutzen. Die Pläne des RVR für den neuen Flächennutzungspan sehen aber eher Kamp-Lintfort als Standort vor. Zudem sind die Moerser Grünen entschieden gegen eine Industrieansiedlung an dieser Stelle.
Für die ENNI ist Kohlenhuck ein Baustein in der Strategie, um weiter offensiv am Niederrhein zu agieren. Der Aufsichtsrat gab Geschäftsführer Stefan Krämer grünes Licht, seinen Wachstumskurs jenseits von Moers fortzusetzen. Krämer setzt weiter auf sein energiepolitisches Dreieck aus nachhaltiger Stromerzeugung, sicherer Versorgung und wirtschaftlichen Angeboten.
Dabei soll ENNI 2012 erstmals die 150-Millionen-Euro-Umsatzhürde überspringen und mit 16 Millionen Euro als dem größten Investitionsvolumen der Unternehmensgeschichte vor allem die heimische Wirtschaft stärken. Das Votum stärkt Krämer, um mit seiner Strategie erfolgreich zu sein: "Es ist sicher nicht selbstverständlich, dass gerade die kommunalen Anteilseigner bei den aktuell wirtschaftlich schwierigen Randbedingungen von unserem Weg überzeugt sind."
Von fossilen Quellen trennen
ENNI sieht sich für die Energiezukunft gut gerüstet. "Für uns bedeutet die Energiewende keine 180-Grad-Kehre", betont Krämer, auch schon vor dem Atomunfall in Japan Umweltthemen als einen der zentralen Werte des Unternehmens ausgemacht zu haben. Ein Beispiel: Schon bald produziert der regional aktive Energielieferant eine Strommenge, die der Hälfte des in Moers und Neukirchen-Vluyn verbrauchten Stroms entspricht, selbst. ENNI setzt seit gut zwei Jahren verstärkt auf regenerative Erzeugungskapazitäten.
Dabei ist es das erklärte Ziel, die aus Unternehmenssicht für den Übergang zwingend nötigen fossilen Quellen sukzessive zu reduzieren und bis 2035 ganz aus dem Strommix zu verbannen. Dazu wird es auch 2012 zahlreiche Aktivitäten, etwa den Bau mehrerer Fotovoltaikanlagen wie zuletzt bei der Niag und zweier Blockheizkraftwerke, unter anderem im neuen Sportpark Rheinkamp, vor Ort geben. Zudem plant ENNI mit dem Solarpark Dong neben dem Windpark Kohlenhuck ein zweites regeneratives Großprojekte. Auch überregional wird Krämer durch europaweite Beteiligungen im Verbund der Green-Gecco-Unternehmen weiter in die grüne Stromproduktion investieren.
Auch ein weiteres, im Zuge der Energiewende viel diskutiertes Thema verliert ENNI nicht aus den Augen: die sichere Netzinfrastruktur im Heimatgebiet. Hier wird ENNI 2012 erneut rund sieben Millionen Euro in die Hand nehmen.
Verstärken wird ENNI 2012 seine Vertriebsaktivitäten am Niederrhein. Hier sieht das Unternehmen weiter enormes Potential und ist bislang auch durchaus erfolgreich. "Wir spüren die Sympathie der Menschen, etwa in Rheinberg, Sonsbeck und Xanten", will Krämer dabei weiter auf den Kooperationspartner Volksbank Niederrhein setzen. Schon heute erzielt das Unternehmen gut ein Viertel des Umsatzes mit Strom und Gas außerhalb von Moers und Neukirchen-Vluyn. Krämer: "Der wirtschaftliche Erfolg von ENNI kommt der ganzen Region zugute."
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