Neukirchen-Vluyn: Wo alle Sport treiben sollen
VON ULRICH JOPPICH - zuletzt aktualisiert: 25.06.2008Neukirchen-Vluyn (RPO). Von Fachkunde und Sachlichkeit geprägt war am Montagabend die Informationsveranstaltung der Stadt zum Thema „Zentrale Sportanlage“ im Pädagogischen Zentrum des Julius-Stursberg-Gymnasiums – also nur einen Steinwurf entfernt von dem Areal, wo die Anlage geplant ist.
Unter der Moderation von RP-Redaktionsleiter Dirk Möwius lieferten drei Referenten viele Informationen zu dem Thema. Planungsamtsleiter Ludwig Knoblach berichtete, dass die Bevölkerungszahl in den kommenden Jahren stetig zurück gehen werde. Auch eine Wohnbebauung auf dem Niederberg-Gelände würde daran nichts ändern. Sehr interessant waren die Ausführungen von Dr. Stefan Eckl aus Stuttgart, der prognostizierte, dass der Sport angesichts der Tendenz zur Ganztagsschule und zur Ganztagsbetreuung von Schülern zum Bildungspartner werden müsse. „Noch gibt es wenig Kooperation zwischen Schulsport und Vereinssport. Das wird sich ändern“, so Eckl. Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis sei, dass für die Sportanlagen zusätzliches Personal und zusätzliche Hallenzeiten gebraucht würden. Die Sportnachfrage und die Anforderungen an Sport- und Bewegungsräumen würden sich verändern.
Kosten: 4,8 Millionen Euro
Die Sportanlage der Zukunft müsse eine Generations-übergreifende Sportanlage mit weniger Spielsportflächen sein. Wer 30 und älter sei, bevorzuge mehr den Fitness-Sport und nicht die Wettkampf-Sportarten. Im übrigen würden zwei Drittel aller sportlichen Aktivitäten unorganisiert – also nicht im Verein – betrieben. Auf diese veränderten Bedingungen müsse bei der Planung für eine Zentrale Sportanlage reagiert werden. Die drei Säulen Verein-, Schul- und Breitensport seien wichtige Elemente.
Martin Hiller von der GEO 3 GmbH erläuterte, dass man bei Untersuchungen im Vorfeld bei den bestehenden Anlagen zahlreiche Mängel festgestellt habe. Für die Zentrale Sportanlage seien unter anderem ein Kunstrasenspielfeld für Trend- und Freizeitsport, eine Wettkampfanlage mit Laufbahnen, Vereinsheim, Umkleideräume und Gastronomie für rund 4,82 Millionen Euro geplant.
Tennisplätze sind nicht für die Zentrale Sportanlage geplant. Der „weiße Sport“ soll weiterhin auf den Anlagen der Vereine betrieben werden. Bürgermeister Bernd Böing betonte, dass es maximal eine Gymnastikhalle, aber aus Kostengründen keine neue Sporthalle geben werde.
Bedenken äußerten Mitglieder des TuS Preußen Vluyn, dass man an einem „normalen“ Wochenende den Spielbetrieb für 30 Mannschaften unter einen Hut bringen könnte. Auch die Zahl der vorgesehenen Umkleidekabinen reiche bei weiten nicht aus.
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