Moers: Wolf geht, Engel kommt
VON ULRICH JOPPICH - zuletzt aktualisiert: 12.12.2007Moers (RPO). Feierliche Verabschiedung des Amtsgerichtsdirektors Wolf Volkmer und Einführung seiner Nachfolgerin Angela Glatz-Büscher mit zahlreichen Gästen aus der Justiz gestern im Moerser Martinstift.
Nach dem, was gestern in den Abschieds- und Dankesreden über Wolf Volkmer alles gesagt worden ist, müsste eine Mamorbüste des scheidenden Amtsgerichtsdirektors ab sofort den freien Sockel neben der Bühne des Kammermusiksaals im Moerser Martinstift zieren. Alle beschrieben den 65-jährigen Richter als gradlinigen Mann von Recht und Gesetz, fairen Mitstreiter vor den Schranken des Gerichtes, aber auch als Mensch mit Humor und großem Einfühlungsvermögen. Seiner Nachfolgerin Angela Glatz-Büscher, die gewiss ein schweres Erbe antreten wird, galten die Wünsche für eine erfolgreiche und gute Zeit als Chefin des Amtsgerichtes in Moers.
Eine „Richterpersönlichkeit“
„Der bisherige Chef ist ein alter Wolf, die jetzige Chefin ein junger Engel“, sagte Ulrich Schambert, Präsident des Landgerichts Kleve, in seiner launigen Ansprache. Er machte keinen Hehl daraus, dass Angela Glatz-Büscher von Anfang an seine Idealvorstellung für die Besetzung der Stelle in Moers gewesen sei. Anne-José Paulsen, Präsidentin des Oberlandesgerichts Düsseldorf, nannte Volkmer eine „Richterpersönlichkeit“. „Er ist sich immer treu geblieben, liebt das klare Wort, Missverständnisse entstehen bei ihm nicht“, so die oberste Richterin aus Düsseldorf.
Volkmer sei kein „perfekt funktionierender Rechtsprechungsautomat“ gewesen, sondern ein Mann mit den berühmten Ecken und Kanten, sagte Hans-Peter Simon, Vorsitzender des Moerser Anwaltsvereins. Ein Wunsch der Anwaltschaft sei in den fast 20 Dienstjahren Volkmers als Amtsgerichtsdirektor nicht erfüllt worden – nämlich eine Cafeteria. „Diesen Wunsch wollten Sie uns wohl nicht erfüllen, um Ihrer Nachfolgerin noch Handlungsspielraum zu lassen“, sagte Simon. Er bot der neuen Chefin des Amtsgerichts eine konstruktive und kollegiale Zusammenarbeit an. Notar Dr. Werner Ohmen bedankte sich bei Wolf Volkmer für eine „äußerst vertrauensvolle Zusammenarbeit in der freien Gerichtsbarkeit“ und für gemeinsame fruchtbare Jahre. Fachkompetenz, Hilfsbereitschaft, Verständnis und Liebenswürdigkeit, gepaart mit viel Humor, seien charakteristische Eigenschaften des scheidenden Amtsgerichtsdirektors. Bürgermeister Norbert Ballhaus bezeichnete Volkmer einen Mann, für den das Handeln nach Recht und Gesetz unumstößlich gewesen sei. Der Nachfolgerin machte Thomas Hubert als Vertreter des Richter- und Personalrates Mut mit einem Zitat – frei nach Franz Müntefering: „Die Direktorenstelle am Amtsgericht Moers ist die schönste Stelle auf der Welt – nach dem Papst“. Volkmer machte es kurz: „Der alte Wolf zieht sich jetzt zurück“, so sein letzter Satz.
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