Moers: Zahl der Flüchtlinge nimmt zu
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 08.12.2010Moers (RPO). Immer mehr Menschen aus Serbien, Montenegro und Mazedonien beantragen in Deutschland Asyl, auch Sinti und Roma. In der Grafschaft ist nach vielen Jahren wieder ein Anstieg der Flüchtlingszahlen zu verzeichnen.
Vinnmannsweg bald zu
Die Flüchtlinge in Kamp-Lintfort müssen sich das Quartier an der Friedrichstraße demnächst mit den Obdachlosen teilen. Denn die Unterkunft für Nichtsesshafte am Vinnmannsweg wird umgewidmet.
Grafschaft Ist die Zahl der Asylanträge in den vergangenen Jahren immer mehr zurückgegangen, kommen nun wieder verstärkt Flüchtlinge nach Deutschland. Auch in der Grafschaft ist dieser Trend spürbar: Im Jahr 2009 wurden in Moers 24 Asylanträge gestellt, in diesem Jahr sind es bereits 74, berichtet Pressesprecher Klaus Janczyk. Viele dieser Flüchtlinge kommen aus dem ehemaligen Jugoslawien, auch Sinti und Roma aus Serbien und Mazedonien sind darunter.
Rückkehrhilfe gibt's nur einmal
Wer aus diesen Ländern in die Europäische Union (EU) einreisen will, braucht dafür seit diesem Jahr kein Visum mehr. Denn die EU-Kommission hat den Bewohnern Mazedoniens, Montenegros und Serbiens visumfreies Reisen ermöglicht. Die Liberalisierung der Visabestimmungen auch für die Bürger Albaniens sowie Bosniens und Herzegowinas soll im nächsten Jahr folgen. Gleich mit dem Asylantrag in den Zielorten beziehen die Antragsteller staatliche Leistungen, also Unterkunft und Verpflegung. Allerdings hat sich bei einer Hilfsform etwas geändert: Bund und Länder beschlossen, die Rückkehrhilfe in Höhe von 400 Euro pro Erwachsenen und 200 Euro pro Kind für Asylsuchende aus diesen Ländern zu streichen. Es sei nicht auszuschließen, "dass die Beihilfe der eigentliche Grund für die Einreise war", hatte das Bundesinnenministerium mitgeteilt. In Neukirchen-Vluyn haben im Oktober gleich drei Roma-Familien Asyl beantragt. Sie waren vor Jahren bereits in Neukirchen-Vluyn untergebracht. Dann bot man ihnen die Rückkehrhilfe an. Die Familien gingen in ihre Balkan-Länder zurück. Nun sind sie wieder da. "Sie gelten jetzt als Asylfolgeantragsteller", erklärt der Beigeordnete Paul-Georg Fritz. Das Übergangsheim Am Hugengraben ist ziemlich voll. Dort wohnen jetzt fast 60 Menschen. Moers hat noch Kapazitäten frei. Denn das Aussiedlerheim an der Asberger Straße soll zum Asylbewerberheim umgewidmet werden. In Kamp-Lintfort sind derzeit 44 Flüchtlinge aus 20 Herkunftsländern sowie acht Spätaussiedler registriert. Die Fluktuation ist recht hoch. In den vergangenen zwei Wochen gab es acht Zuweisungen. Das sei eigentlich ein Rückgang, teilt die Stadt mit.
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