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Moers: Zehn Jahre Problemfall

VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 14.01.2008

Moers (RPO). Stillstand an der Homberger Straße. Für zwei Ausbesserungen der Spurrillen wartet die Stadt auf garantiert frostfreies Wetter. Die Herausnahme der Busse ist die Lösung – die noch lange auf sich warten lassen wird.

Die Fugen sind durch die Wölbung bis zu vier Zentimeter breit geworden. Foto: RPO
Die Fugen sind durch die Wölbung bis zu vier Zentimeter breit geworden. Foto: RPO

„Pärchen schlendern über das hellgraue Trottoir, und Familien stehen vor den Auslagen der Geschäfte. Jugendliche sitzen an Bistro-Tischen unter der Spätsommersonne. Sie trinkt einen Cappuccino, er bestellt einen Longdrink. Grüne Bäume sorgen für natürliche Abwechslung in dem mediterranen Umfeld.“ So träumten sich die Planer im August 1997 die Homberger Straße schön. Aus dem häßlichen Entlein sollte ein schönes Schwan werden. Damals schwante niemandem, dass der Kompromiss – Fußgängerzone mit Busverkehr – der Homberger Straße böse Folgen bescheren könnte. Nur die betroffenen Händler und Mieter der Interessengemeinschaft Homberger Straße forderten damals schon „ganz und gar nicht“, also entweder auch die Busse herausnehmen oder den Autoverkehr weiter zulassen.

Info

Überfordert

Durch die Homberger Straße fahren stündlich 40 bis 50 Busse. Das Leergwicht eines Mercedes-Busses Citaro ist 11,8 Tonnen, beim 17,9 Meter langen Gelenkbus erhöht sich das Gewicht auf 28 Tonnen. In 2005 waren bei 22 Prozent der insgesamt 360 Meter Schäden aufgetreten. Es gebe keine falsche Bauausführung.

Tiefe Spurrillen

Mit über 2,7 Millionen Mark wurde die Homberger Straße zu einer Fußgängerzone umgebaut. In der Mitte der Straße eine niveaugleiche, 3,5 Meter breite Fahrspur für die Busse. Die gesamte Straße wurde mit Verbundsteinen gepflastert. Die Hersteller versichern, dass diese Pflasterung auch einen Schwerlastverkehr zulassen. Wer heute über die Homberger Straße geht, wird eines Besseren belehrt. In die Straße haben die Busse tiefe Spurrillen eingedrückt. Ist ein falscher Unterboden schuld? Ein Sachverständiger konnte keinen Pfusch am Bau feststellen.

Der eiserne Verschluss wurde tief in den Boden gedrückt. Und die Leitung? Foto: RPO

Nach der Neueröffnung im Oktober 1998 wurden bereits im Jahr 2000 erste Schäden sichtbar. Seitdem wird mit Flickschusterei ausgebessert. 2005 gab die Stadt 7000 Euro aus, um die schlimmste Macke in Höhe des Sanitätshauses Unterwagner bis zur Landwehrstraße auszubessern. Schon damals wurde die Hoffnung darauf gesetzt, mit der Niag über eine Verlagerung des Busverkehres zu sprechen.

Gebetsmühlenartig und mit Engelsgeduld behandeln Verwaltung und Politik das Problem alle zwei Jahre erneut. Im Oktober 2007 stellte FDP-Fraktionsvorsitzender Otto Laakmann eine Anfrage zu den Spurrillen im unteren Teilstück der Homberger Straße. Sichtlich genervt antwortete ihm der technische Dezernent Günter Wusthoff, auch die Verwaltung sehe Handlungsbedarf für zwei Teilstücke: An der Feldstraße (Höhe Dresdner Bank) und zwischen Landwehrstraße (Höhe Ex-Lindex) und Ostring. Dort sollen „kurzfristig“ die Pflastersteine entfernt und durch eine vorübergehende Asphaltierung ersetzt werden. Vorher werde ein neuer Unterboden erstellt. Die Kosten werden auf  22500 Euro veranschlagt. Doch bis heute hat sich nichts getan. Kurzfristig ist wieder zwei Monate her. Auf Nachfrage hieß es, für die Tiefbauarbeiten sei dauerhaft frostfreies Wetter notwendig. Nur wenig weiter in Höhe der Grafschafter Passage müsse ein Kanal erneuert werden. Da es sich um einen Versicherungsfall handele, müsse erst die Entscheidung der Versicherung abgewartet werden. Eine Flüssigkeit habe dort ein Kanalrohr beschädigt.

Fotos
Über 2,5 Zentimeter ragt dieser Stein aus der Fläche: Achtung Stolpergefahr. Foto: RPO
Wenn es geregnet hat, bleiben schmutzige Pfützen in den Spurrillen stehen. Die meisten Busse weichen ihnen aus und fahren dann „neben der Spur“. Die helle Färbung sind Rückstände der Pfützen. Foto: RPO
Quelle: RP

 
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