Moers: Zehn RP-Leserinnen bei Schnupper-Chorprobe
VON JUTTA LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 31.08.2006Moers (RPO). Ihre Neujahrskonzerte füllen den Saal, und auch sonst können sich die Damen vom Moerser Frauenchor „Cantare“ über mangelndes Publikumsinteresse nicht beklagen. Doch der Erfolg kommt nicht von ungefähr, sondern ist das Ergebnis intensiver Arbeit. Wenn sich die Damen einmal die Woche mit ihrem Chorleiter, Hermann-Josef Roosen, im evangelischen Gemeindehaus in Repelen zum Proben treffen, ist das kein Kaffeekränzchen. Dennoch fehlt nur selten jemand, denn mit einem Chor ist es wie mit einer Fußballmannschaft: Jeder Einzelne zählt.
Keine Nachwuchssorgen
Der Chor besteht zurzeit aus 35 Stimmen, und hat – im Gegensatz zu manchen Männerchören heute – keine großen Nachwuchsprobleme, und das, obwohl er selber schon mehr als 40 Jahre alt ist. „Fünf Gründungsmitglieder sind noch immer dabei, aber ansonsten ist unser Durchschnittsalter relativ niedrig“, erklärte Cantare-Vorsitzende Marliese Brinkmann mit einigem Stolz. Sie und ihre Chorkolleginnen hatten am Dienstag Abend über die Rheinische Post zu einer Schnupper-Chorprobe eingeladen und waren zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich gespannt auf die Resonanz. Die war mit zehn sangesfreudigen Interessentinnen dann überraschend groß. „Wir freuen uns immer über neue Mitglieder“, bestätigte Herrmann-Josef Roosen, „sie brauchen auch keine Noten lesen zu können, aber zuverlässig müssen sie sein, das ist wichtig.“
Roosen betreut den Chor schon seit 25 Jahren, und weiß, dass er mit seiner derzeitigen Mannschaft auch Neues wagen kann. Seit einiger Zeit singt der Chor zum Beispiel nicht mehr nur a cappella oder zum Klavier, sondern im Halb-Playback und mit zusätzlichen Lichteffekten. „Das ist neu und erfordert sehr viel Chordisziplin. Da wagen sich nur wenige Chöre ran“, so Roosen. „Ja, meine Damen“, begrüßte er die Schnupper-Gäste, „dann wollen wir mal loslegen. Kümmern Sie sich nicht um Töne, die kommen ganz von selbst.“ Kamen sie zunächst noch nicht. Die „Neuen“ kannten die Stücke noch nicht, die der Chor schon jetzt für sein nächstes Neujahrskonzert am 14. Januar, um 17 Uhr in der Rheinkamper Kulturhalle probt. Dort werden die Damen diesmal eine bunte Mischung aus Musical- und Filmmelodien sowie bekannte Oldie-Songs wie „Mamma mia“ von Abba zu Gehör bringen. „Das war schon recht gut, aber jetzt vielleicht noch ein bisschen mehr verbinden. Also nochmal von Takt 14 an!“ Gut 90 Minuten lang arbeitete Hermann-Josef Roosen ganz konzentriert mit seinen Sängerinnen, und am Ende hatten auch die meisten Schnupper-Besucherinnen die Töne tatsächlich ganz von alleine gefunden.
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