Moers: Zu viele Anmeldungen: Pippi tanzt aus der Reihe
VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 23.01.2008Moers (RPO). Pippi Langstrumpf hat es gut. Die hat zwei Koffer Gold zu Hause und lebt mit „Kleiner Onkel“ und „Herr Nilsson“ in der Villa Kunterbunt. Zur Schule geht sie nicht, denn sie kann schon alles. Doch der Alltag sieht anders aus: 71 Anmeldungen hat die Astrid-Lindgren-Schule erhalten, sie dürfte aber nur zwei Klassen mit bis zu 27 Schülern bilden. Bleibt diese Regelung, müssten 17 Kinder abgewiesen werden und an anderen Schulen eingeschult werden.
Die Fraktion der Freien Bürger-Gemeinschaft Moers (FBG) hat einen Antrag eingebracht, der Schulausschuss solle dem Rat empfehlen, der Astrid-Lindgren-Schule eine Ausnahmegenehmigung auf Dreizügigkeit für die nächsten drei Schuljahre zu erteilen, um so dem Elternwillen zu folgen. Claus Peter Küster: „Im machbaren Rahmen und ohne andere Schulen schwer zu benachteiligen, hat der Elternwille für die FBG-Fraktion erste Priorität.“
Solange der Schulausschuss und der Rat nicht abschließend beschlossen haben, will die Astrid-Lindgren-Schule keine Abweisungsbescheide an die Eltern verschicken. Die Stadt dagegen verweist auf den Beschluss des Rates vom 13. Juni 2007, der im Falle der Astrid-Lindgren-Schule eine maximale Beschulung von zehn Klassen vorsieht. Renate Dittke, Rektorin der Uhrschule Meerbeck und Sprecherin der Grundschulleiter, sieht auf jeden Fall weiteren „Gesprächsbedarf“. Es werde ein Treffen der Grundschulleiter geben. Nach ihrer Übersicht hat nur die Astrid-Lindgren-Schule das Problem, nicht alle Anmeldungen annehmen zu können. In der Begründung der Astrid-Lindgren-Schule wird auch darauf verwiesen, dass alle anderen Moerser Grundschulen ab dem Schuljahr 2008/09 mit abnehmenden Anmeldezahlen zu tun hätten – fürs nächste Schuljahr minus 14,5 Prozent – die Astrid-Lindgren-Schule dagegen in den nächsten drei Schuljahren Zunahmen zwischen 13,4 und 25 Prozent (in 2010/11).
Nach dem Wegfall der Schulgrenzen sind die Anmeldungen aus Meerbeck zurückgegangen. Dagegen sind zahlreiche Anmeldungen aus den Wohngebieten Homberger, Eichen- und Hainbuchenstraße (bisheriger Schulbezirk Willi-Fährmann-Schule) und Kornstraße (bisheriger Schulbezirk Eichendorffschule) sowie aus dem bisherigen Schulbezirk der Eschenburgschule dazu gekommen. So hat die Schulkonferenz klar für eine Ausnahmeregelung votiert.
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