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Neukirchen-Vluyn: Zum Einsatz nach Indonesien

VON ULRICH JOPPICH - zuletzt aktualisiert: 01.10.2009 - 14:56

Neukirchen-Vluyn (RPO). Rettungshundeführer, Bergungsexperten und Mediziner der Hilfsorganisation „International Search and Rescue ­ I.S.A.R. Germany” starten am Donnerstag (1. Oktober) in Frankfurt und helfen bei der Rettung von verschütteten Menschen im Erdbebengebiet. Zentrale hält Kontakt zu ihren Angehörigen.

Mark Rösen steht vor der großen Lagerhalle der I.S.A.R. am Bendschenweg in Neukirchen-Vluyn ­ in der einen Hand ein Handy, in der anderen eine Zigarette. „Wir haben Probleme mit dem Flug nach Padang”, sagt der 41-Jährige, der bei der Flughafenfeuerwehr in Weeze arbeitet. Gestern morgen erhielt er die Nachricht, dass die indonesische Regierung per E-Mail um 7.10 Uhr ein internationales Hilfeersuchen für die Rettung der vom Erdbeben und Tsunami betroffen Menschen versendet hat.

Thailand, Pakistan und Peru

Für Rösen ist ein Hilfseinsatz fern von seiner Heimatstadt Xanten fast schon Routine. 2004 rückte er nach dem Tsunami zum Großeinsatz in Thailand aus, danach ging es zum Erdbeben in Pakistan und zuletzt vor zwei Jahren nach Peru. „Man weiß nie, was einen erwartet”, sagt Rösen und überprüft gemeinsam mit seinen Kameraden die Ausrüstung für den Einsatz in Indonesien.

Info

Gegen alles geimpft

Mit auf die Reise nach Indonesien gehen zwei Notärzte, Feuerwehrleute, Rettungssanitäter und fünf Suchhunde ­ insgesamt 30 Helfer aus Duisburg, Kleve, Moers, Uedem, Xanten, Weeze und Neuss. Sämtliche Helfer sind gegen alle möglichen Krankheiten und Infektionen geimpft.

„Wir müssen zehn Tage lang autark sein. Rund sechs Tonnen Ausrüstung ­ unter anderem Lebensmittel, Zelte, Stromerzeuger, Sauerstoffflaschen, Hydraulikgeräte, Betonkettensägen, Kernbohrmaschinen und Horschgeräte gehen mit auf den Weg”, berichtet Rösen. Hinzukommen drei Tonnen Medikamente und medizinisches Gerät von der Hilfsorganisation Medeor und eine weitere Tonne von der schweizer Hilfsorganisation F.I.M.A. (First International Medical Assistance).

In der Duisburger Zentrale von I.S.A.R. Germany liefen gestern die Drähte heiß: Gesucht wurde die Möglichkeit, möglichst schnell nach Padang zu kommen. Nach etlichen Telefonaten stand es fest: Gestern abend um 20 Uhr Start ab Flughafen Frankfurt. „Meine Freundin Christina macht sich Sorgen um mich”, sagt Björn Robach (33), der bei der Berufsfeuerwehr in Duisburg arbeitet und zum ersten Mal bei einem Auslandseinsatz dabei ist.

Das Informations- und Lagezentrum, stationiert auf dem Flughafen Weeze, hält Kontakt zu den Angehörigen der Helfer. Das beruhigt den 33-Jährigen ein wenig, wenn er ausrückt und die 24-Jährige zurück lässt. „Wir sind alle gut ausgebildet und gut vorbereitet. Einsätze sind für mich nichts Neues”, sagt er.Anders sieht es für Sabine Poluzyn aus: Sie arbeitet bei der Citibank in Duisburg und ist ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Ihr Job in Indonesien wird die technische Ortung von Verschütteten sein.

„Wenn die Hunden einen Menschen unter den Trümmern entdeckt haben, setzen wir zur exakten Ortung endoskopische Kameras und Horschgeräte ein”, erläutert die 33-Jährige. Als in Gladbeck ein Haus eingestürzt war, führte Sabine Poluzyn einen Rettungssuchhund zu den Trümmern.Aufgeregt und nervös wegen des bevorstehenden Einsatzes in Indonesien ist auch der 27-jährige Sascha Laackmann. Er ist Krankenpfleger auf der Intensivstation des Krankenhauses Bethanien in Moers, sein Arbeitgeber hat ihn sofort und unbürokratisch für den Hilfseinsatz freigestellt. Seit drei Jahren gehört er zur deutschen Sektion der schweizer F.I.M.A. „Wenn man dabei hilft, Menschen zu bergen, hat man keine Zeit für Nervosität, dann zählt jede Sekunde.”

Quelle: RP

 
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