Neukirchen-Vluyn: Zwei jecke Jubiläen
VON JUTTA LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 12.02.2007Neukirchen-Vluyn (RPO). Mit einem Gläschen Sekt empfingen die Jecken von der Neukirchen-Vlü-Ka-Ge ihre Gäste auf der Galasitzung. Und das hatte einen besonderen Grund: Der Karnevalsverein blickt auf 55 Jahre Narretei in der Stadt zurück.
Der Name
Die heutige Neukirchen-Vlü-Ka-Ge Rot-Weiß wurde vor 55 Jahren noch ohne den Zusatz „Neukirchen“ von Heinrich Gerling, Heinz Schild und Theo Terporten gegründet. Der Name entstand erst 1971, als man sich mit der 1967 gegründeten KG Rot-Weiß Neukirchen zusammen tat.
„Mit Prinz, Verein und Narrenschar in‘s 55.te Jubiläumsjahr“. 55 Jahre wurde die Neukirchen-Vlü-Ka-Ge in dieser Session, und mit Thomas I. und Melanie I. hat sie außerdem ihr elftes Prinzenpaar. Das sind gleich zwei jecke Jubiläen auf einmal. Und so hatten die Rot-Weißen auf ihrer Galasitzung in der Neukirchen-Vluyner Kulturhalle allen Grund zu feiern. Und genau das taten sie.
Die Besucherzahl ließ den Saal zwar nicht unbedingt aus allen Nähten platzen, so dass das Prinzenpaar mit seinem Hofstaat und auch der Elferrat zur Feier des Tages diesmal nicht auf der Bühne, sondern zwischen dem närrischen Volk sitzen konnten, dennoch wurde das Ganze noch ein richtig fröhliches, karnevalistisches Ereignis. Dafür sorgte an diesem Abend nicht nur die vom Präsidenten Dieter Rink recht abwechslungsreich zusammengestellte Programmmischung aus Musik, Tanz und Büttenbeiträgen auf der Bühne, sondern auch eine nette Überraschung gleich am Eingang.
Mit finanzieller Hilfe der örtlichen Sparkasse wurden die Gäste aus Anlass des Vereinsjubiläums diesmal beim Eintreten mit Sekt und Orangensaft empfangen. Die Geste kam gut an, und so war es eigentlich mehr eine rhetorische Frage, als Prinz Thomas I. wenig später zur Begrüßung wissen wollte: „Seid Ihr auch alle so gut drauf wie wir?“ Ja, man war gut drauf und außerdem fest entschlossen, sich zu amüsieren. „Wir haben ein sattes Programm für Euch heute Abend“, hatte Präsident Dieter Rink zuvor versprochen. Der Elferrat gab eine Kostprobe seiner neuesten Trommelkünste und dann ging es los. Zunächst mit den Kleinsten des Vereins, den Püppchen. Ihr Gardetanz war zwar nicht immer so ganz synchron, entzückte das Publikum jedoch ebenso sehr wie der perfekte Auftritt der älteren rot-weißen Stadtgarde und die Tanzdarbietungen von Gardepaar Romina Crioce und André Schellen sowie dem Tanzmariechen Jana Osthöver.
Dazwischen sorgte Hofsängerin Angelika Siegel mit viel Temperament dafür, dass auch im Saal keiner unbeweglich blieb. Gegen 22 Uhr kamen mit den singenden und kalauernden „Zwei Lausbuben“ dann die ersten auswärtigen Künstler auf die Bühne, gefolgt von „Oli, dem Köbes“ und seinen frechen Kneipengeschichten.
Zum Beispiel die von Inge. „Heute kommst Du noch ungeschoren davon, aber morgen musst Du dran glauben“, hatte ihre neueste Eroberung zu ihr gesagt, und nun wusste sie nicht, war er Schäfer oder etwa Pastor.
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