Volleyball: "Adlern" droht ein frühes "Aus"
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 06.04.2009Trainer Georg Grozer überrascht gegen Königs Wusterhausen, indem er seinen Kapitän und Top-Zuspieler Roland Rademaker anfangs auf der Bank sitzen lässt. Das bringt die Netzhoppers auf die Siegesstraße. Jetzt muss der MSC das Rückspiel morgen Abend unbedingt gewinnen.
Sollte es das etwa schon gewesen sein mit den Heimspielen in dieser Saison? Zum Play-off-Auftakt unterlag der Volleyball-Bundesligist Moerser SC vor rund 700 Zuschauern den Netzhoppers aus Königs Wusterhausen etwas überraschend mit 0:3 (22:25, 21:25, 25:27). Damit droht den "Adlern" im Viertelfinal-Rückspiel morgen Abend in der Landkost-Arena in Bestensee bereits das vorzeitige "Aus" im Meisterschaftsrennen. "Wir waren nah dran an unserer schwächsten Saisonleistung. Nur beim VCO Berlin haben wir noch krasser versagt", fällte MSC-Trainer Georg Grozer hernach ein vernichtendes Urteil über seine Truppe.
So spielte der MSC
Zuspiel: Tobias Neumann
Diagonalangriff: Matthias Mellitzer
Mittelblock: Tim Broshog, Renzo Verschuren
Außen/Annahme: Joram Maan, Ivan Perez
Libero: Nikola Rosic
eingewechselt: Szabolcs Szalai, Roland Rademaker
Trainer: Georg Grozer
Co-Trainer: Chang Cheng Liu
Zuschauer: 700
Mit seiner Aufstellung hatte er anfangs für große Verwunderung auf den Rängen gesorgt. Nicht den Kapitän Roland Rademaker bot er auf der Spielmacher-Position auf, sondern Tobias Neumann. Zwar hatte der Nachwuchsmann zuletzt in Bad Dürrenberg eine gute Leistung gezeigt, aber der routiniertere Rademaker hat in nahezu allen Spielen der Saison voll überzeugt und war zumeist auch der wichtigste Motivator auf dem Parkett. Der Niederländer kam aber erst zum zweiten Satz. Und da hatten die Netzhoppers bereits "Lunte gerochen", ließen sich ihren Vorsprung jedenfalls nicht mehr entreißen.
Erneut wechselte Grozer auf den Annahme-Positionen mehrfach durch. Einzig Ivan Perez durfte diesmal in allen drei Abschnitten spielen. Der Puertoricaner war mit 16 Punkten noch der beste Moerser. Und wie reagierte KW-Coach Mirko Culic auf die personellen Entscheidungen des Gegners? "Erstens schauen wir mehr auf unsere eigenen Stärken, und zweitens überrascht der MSC doch inzwischen keinen Gegner mehr mit irgendwelchen veränderten Aufstellungen. Ich habe fast alle Moereser Spiele auf Video gesehen. Wir wissen, wie wir damit umzugehen haben."
Erstaunlich ist gleichwohl, dass bei Grozer ausgerechnet kurz vor und auch zu Beginn der Play-Offs das Experimentieren noch mal Hochkonjunktur zu haben scheint. In Bad Dürrenberg hat's geklappt, gegen KW ging's kräftig in die Hose.
Fast schon trotzig sagte der Moerser Trainer hinterher: "Wir haben im Rückspiel noch eine gute Chance, eine Entscheidungspartie zu erzwingen. Diesmal haben wir hirnlos gespielt. Es ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es am Dienstag ganz anders aussieht. Ihre Brötchen haben meine Spieler jedenfalls nicht verdient."
Culic gab sich zurück haltend: "Wir waren frech in der Höhle des Favoriten. Moers kann es sehr viel besser. Im Rückspiel liegt die Last auf unserer Seite." Der KW-Trainer durfte sich vor allem über die Leistung von Salvador Hidalgo Oliva freuen, der es trotz einer Oberschenkelblessur auf bemerkenswerte 21 Zähler brachte.
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