Volleyball: Annahme ist die Schwachstelle
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 10.03.2009Nach der bitteren Pokalfinalniederlage gegen Haching müssen die Moerser Volleyballer jetzt ganz schnell wieder zur Tagesordnung übergehen. Dazu gehören auch schon die Planungen für die nächste Saison.
Trost von Marco Liefke
Der frühere Moerser Marco Liefke, jetzt Diagonalangreifer bei Generali Haching, brachte es nach dem Pokalfinale auf den Punkt: "Den Libero nimmt man in einem Volleyballspiel nicht so sehr wahr wie einen Angreifer oder einen Blockspieler. Wie wichtig dieser Spieler auf seiner defensiven Position aber für eine Mannschaft sein kann, das hat sich beim Moerser SC gezeigt. Es tut mir einfach nur leid für die Moerser, dass sie so ein Pech hatten."
Eines hat die Niederlage des Moerser SC im Pokalfinale gegen Generali Haching deutlich gezeigt. Fällt bei den Volleyballern aus der Grafenstadt nur ein wichtiger Akteur aus – wie in diesem Fall Libero Nikola Rosic –, dann sind die Chancen auf einen Erfolg gleich um etliche Prozentpunkte geringer.
MSC-Trainer Georg Grozer fehlen einfach die personellen Alternativen, um in so einem Fall noch annähernd für eine Chancengleichheit sorgen zu können. Viele Beobachter waren im Gerry-Weber-Stadion der Meinung, dass es mit dem kompletten Moerser Team zu einem Sieg gegen den nicht gerade Bäume ausreißenden bayerischen Gegner hätte reichen können.
Der schmale Grat
MSC-Präsident Günter Krivec predigt seit langem, dass man sich in Moers auf einem schmalen Grat zwischen wirtschaftlicher Vernunft und sportlicher Qualität bewegen muss. Die finanziellen Belastungen einer Bundesliga-Vertretung müssten in einer Stadt wie Moers doch zu stemmen sein. Indes: Überdurchschnittliche Risiken einzugehen, ist die Sache der "Adler" eben nicht. Am Sonntag schlug das Pendel somit gegen den MSC aus.
Aber hätte das Moerser Team es vielleicht besser mit einer anderen Aufstellung versucht? Diagonalangreifer Matthias Mellitzer stand nicht in der Startsechs. Dabei hatte der Österreicher zwei Wochen zuvor bei der recht knappen 1:3-Niederlage in Haching noch die größte Gefahr in der Offensive ausgestrahlt.
Grozer wählte eine Aufstellung mit drei Annahme-Spielern: Ivan Perez, Joram Maan und Szabolcs Szalai. Der Puertoricaner und der Holländer wechselten sich auf der Diagonalposition ab, der Ungar spielte dagegen den reinen Außenangreifer.
Das Trio wusste in der wackelnden Annahme aber nie einen sicheren Libero zu kompensieren. Grozer erklärt das so: "Die drei Annahme-Spieler mussten immer schnell umschalten, um anschließend auch im Angriff wirkungsvoll zur Stelle zu sein. Das ist bei der heutigen schnellen Spielweise kaum noch über mehrere Sätze durchzuhalten." Immerhin gelang dies den Moersern sehr wohl im zweiten Satz, was auf den Tribünen allgemein für Erstaunen und Bewunderung sorgte.
Risiko schien zu groß
Krivec, der die Niederlage nicht als Katastrophe wertete, sagte noch am späten Sonntag Abend: "Wir müssen uns bei den Planungen für die nächste Saison intensiv mit dem Bereich Annahme beschäftigen. Das ist in dieser Saison unsere Schwachstelle." Möglicherweise hätte aber am Sonntag schon ein "Ersatz-Libero" gereicht. Doch dazu hätte Grozer einen Akteur bestimmen müssen, der zwangsläufig für den Angriff ausgefallen wäre. Und dieses Risiko erschien ihm gegen die blockstarken Hachinger denn doch zu groß.
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