Fußball: „Gas geben, bis der Arzt kommt“
VON DETLEF KANTHAK - zuletzt aktualisiert: 19.05.2007Dass ausgerechnet der SV Scherpenberg als Garant für zumindest einen kleinen Rest an Spannung in der Fußball-Kreisliga A herhalten muss, mag als Ironie des Schicksals bezeichnet werden. Die Mannen aus dem Wäldchen haben eine fürchterliche Saison hingelegt und schließen ihre zweite Spielzeit in der Bezirksliga mit dem Abstieg ab. Und sie sorgen auf diese Weise dafür, dass in der obersten Kreisliga ein Platz zusätzlich geräumt werden muss. „Vielen Dank auch“, werden die Verantwortlichen des SV Schwafheim und des VfL Repelen da sagen.
Die beiden Teams werden den letzten noch zu ermittelnden Absteiger in die Kreisliga B morgen in einem Fernduell ermitteln. Alle anderen Entscheidungen in der A-Liga sind bereits gefallen. Zwei Punkte Vorsprung gegenüber dem Konkurrenten muss der SV Schwafheim verteidigen. Aber das ist auch dessen Trainer Holger Busshuven klar: „Die sind schnell verspielt!“
Sein Team gastiert beim Lokalrivalen GSV Moers II, der lange als Aufstiegskandidat gehandelt wurde, sich zuletzt aber in einem Tiefflug um alle Hoffnungen brachte. Ist bei den Grafschaftern die Luft total raus? Kann der SVS das nutzen? „Wir müssen auf jeden Fall gewinnen, um ganz sicher zu sein“, weiß Busshuven. Ein Punkt dürfte nicht reichen, denn der VfL, mit der besseren Tordifferenz ausgestattet, tritt beim SV Sonsbeck II an.
„Die Sonsbecker“, so hat Schwafheims Trainer erfahren, „werden wohl mit einer besseren A-Jugend antreten.“ Das habe schon am vergangenen Sonntag für Wirbel gesorgt, als sich der TB Rheinhausen mit einem Sieg in Sonsbeck rettete. „Uns wird beim GSV II nicht anderes übrig bleiben, als so lange Gas zu geben, bis der Arzt kommt!“
„Unsere Spieler wissen, worum es geht“, hat Repelens Trainer Jürgen Vanek vor seinem letzten und alles entscheidenden Spiel als VfL-Coach ein nicht gerade überraschendes Statement parat. Alles andere wäre ja auch schlimm: Nur mit einem Sieg kann sich der VfL retten (und wäre nach dem Aufstieg der dritten Mannschaft dann auch gleich mit zwei Teams in der A-Liga vertreten). Und dann geht der Blick zu den Grafschaftern, auf deren Hilfe Repelen angewiesen ist. Ausgerechnet ein ehemaliger GSV-Verantwortlicher soll das Unternehmen Klassenerhalt beim VfL unterstützen: Axel Heep, einst Trainer des GSV II, wird noch mal die Stiefel schnüren und ins Repelener Team zurück kehren.
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