„Hitzeschlacht“ erfordert größte Disziplin
zuletzt aktualisiert: 23.10.2007Mit großen Ambitionen war Jan-Matti Becker ins legendäre Ironman-Rennen auf Hawaii gegangen. Der Moerser Langstrecken-Triathlet wollte die Neun-Stunden-Marke ankratzen beziehungsweise unterbieten. Aber schon früh musste er feststellen, dass dieses Ziel an einem Tag, der Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius bescherte, unerreichbar war. Dennoch bestritt Becker seinen Wetrkampf mit voller Konzentration und lief nach 9:45 Stunden ebenso erschöpft wie glücklich als so genannter „Finisher“ über die Ziellinie in Kailua Kona. Der Moerser genoss nicht nur in diesem Moment einmal mehr die einmalige und überwältigende Atmosphäre auf dem Pazifik-Archipel.
„Der Wettbewerb auf Hawaii hat nichts mit einem normalen Ironman zu tun“, erklärte der 29-Jährige nach dem Wettkampf, der als Weltmeisterschaft in der Ironman-Disziplin gilt. Während des Rennens hatte er bei sich ungewöhnliche Leistungsschwankungen festgestellt. Das begann schon gleich auf der rund 3,8 Kilometer langen Schwimmstrecke zu Beginn des Dreikampfs. „Wegen der hohen Leistungsdichte und insbesondere der großen Teilnehmerzahl ist es in der ersten Phase im Ozean zu regelrechten Schlägereien im Wasser gekommen“, berichtete der Mann aus der Grafenstadt. Nach ziemlich genau einer Stunde entstieg er den Fluten.
Etwas Zeit verlor er auf der rund 180 Kilometer langen Radstrecke, nachdem er hier zunächst etliche Plätze gut gemacht hatte. Doch forderte die „Hitzeschlacht“ mit den ungewöhnlich hohen Temperaturen in der Lavawüste von Hawaii ihren Tribut. Im Vorjahr noch hatte es zu gleicher Zeit einen starken Sturm auf der Inselgruppe gegeben, der den Athleten, wenn auch in anderer Hinsicht, ebenfalls alles abverlangt hatte.
Der abschließende Marathonlauf führte zu einer extrem hohen Ausfallquote sogar in den Reihen der Weltklasse-Athleten. Besonders der Streckenverlauf auf dem Queen-Kaahumanu-Highway forderte allen Aktiven eine unglaublich große Selbstdisziplin ab. Nahezu ohne jeden Schatten geht’s hier bis zu einem Wendepunkt. Dort angekommen, schöpfte Becker aber noch einmal neue Kraft sowie Motivation und absolvierte die letzten zwölf Kilometer wesentlich schnelleren Schrittes. Am Ende erreichte er als 31. seiner Altersklasse (25 bis 29 Jahre) und als 195. des Gesamtklassements, das rund 1800 Starter auswies, das Ziel.
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