Fußball: Bettina gnadenlos
VON DETLEF KANTHAK - zuletzt aktualisiert: 24.07.2007Die Fußballfrauen des GSV Moers absolvierten ein rundum gelungenes Trainingslager in Issel an der Mosel. Hier und da wurde etwas zu viel Wein getrunken, aber die Trainerin zog ihr Programm unbeeindruckt voll durch.
Kennenlern-Lager
Mit drei neuen Spielerinnen trat der GSV Moers die Reise ins Trainingslager an. Melanie Kuffert, Anke Bak und Sabrina Terpoorten lernten in Issel ihre neuen Kolleginnen kennen. Gleich 30 Moerser Spielerinnen hatten sich am Freitag auf den Weg an die Mosel gemacht, darunter auch etliche aus der zweiten GSV-Auswahl. Deren Spiel gegen Issels Reserve endete mit einer 0:1-Niederlage, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat.
Der Stadtteil Issel in der kleinen Gemeinde Schweich verfügt über einen feinen Rasenplatz und gute Trainingsmöglichkeiten. Das lieben Trainerinnen und schicken ihre Fußballspielerinnen gern dorthin, um sich optimal auf die neue Spielzeit vorzubereiten. Auch Bettina Kutscher denkt da nicht anders, blieb mit ihrem Regionalliga-Team drei Tage vor Ort und kehrte mit einem 1:0-Sieg im Testspiel (RP von gestern) auch gleich zufrieden zurück.
Das kleine Dörfchen im Südwesten mit seinen gerade mal 6000 Einwohnern hat allerdings noch mehr zu bieten. Und das wiederum hat wahrscheinlich das gesamte Team gefreut. Die Mosel windet sich um das Dorf herum, und die gute Lage lässt auch einen feinen Wein wachsen. Da war klar, dass die Gastgeberinnen des Südwest-Regionalligisten TuS Issel, die sich nach ihrem letztjährigen Trainingslager in Moers nun revanchierten, das Schöne mit dem Praktischen verbanden.
Das brachte einen vollen Terminplan am Nachmittag des zweiten Tages. Erst wurde gespielt, dann bat Berthold Biwer in sein Büro. Schweichs Bürgermeister freute sich, dass die seit vielen Jahren bestehende Freundschaft zwischen seiner Gemeinde und den Gästen vom Niederrhein, die ein wenig „eingeschlafen“ war, nun durch die Fußballteams wieder neu belebt wurde. Sprach’s und bemerkte wohl kaum, wie es den Fußballerinnen in den Zehen kribbelte.
Denn draußen hatten die Gastgeberinnen schon einige Bollerwagen bereit gestellt. Darauf standen Kisten mit unterschiedlichen Weinsorten aus dem Dorf, die es nun zu einer Grillhütte hoch oben in den Weinbergen zu ziehen galt. Klare Lösung: Bis dort müssen die Wagen um einiges leichter sein, das erleichtert die Aufgabe. Solchen Wünschen kommen junge, lebensfrohe Sportlerinnen natürlich nicht ungern nach. Das Ende vom Lied: Beim Abstieg vom Weinberg rollten die Bollerwagen, nun ohne belastendes Gewicht, fast von allein den Berg hinunter.
„Da hatten besonders unsere jungen Spielerinnen am nächsten Tag einen schweren Kopf“, erzählte Bettina Kutscher , die manch müdes Gesicht zu früher Tagesstunde beobachtet hatte. Gnade gab’s dennoch nicht: Noch vor dem Frühstück schickte die Trainerin ihre Schützlinge zum Lauf über die Feldwege; nach dem Essen folgte noch eine ausgiebige Trainingseinheit. „Für den Teamgeist war das eine sehr wirkungsvolle Veranstaltung“, freute sich Bettina Kutscher über die drei Tage des Trainingslagers in Issel.
Nur Anke Patzelt wird weniger gern an dessen Ende zurück denken. Blieb der GSV-Tross in Spiel und Training ohne Blessuren, so verhob sich die Moerser Verteidigerin ausgerechnet, als sie ihre Tasche vor der Rückfahrt in den Bus hieven wollte. Das war ein äußerst schmerzvoller Abschied aus Issel.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum