Budo-Knatsch und kein Ende
VON NILS JANSEN - zuletzt aktualisiert: 05.06.2008Nach dem Motto „Mein Name ist Hase; ich weiß von nichts“ behauptet Gerd Stobbe, abgewählter 1. Vorsitzender des BCM, gegenüber einem Notariat, von Änderungen im Vorstand des Vereins nichts zu wissen. Sein Nachfolger David Klostermann beklagt weiter die „Scharmützel des Großmeisters“.
Finanz-Anfrage
Die Wahlen zum Vorstand des Budo-Clubs Moers fanden am 15. März statt. Damals erbat der neu gewählte 1. Vorsitzende David Klostermann diverse Auskünfte von der Vereins-Kassenwartin Roswitha Stobbe über finanzielle Angelegenheiten des Clubs. Bis Anfang Juni hat Klostermann, eigenen Angaben zufolge, auf seine Fragen keine Antworten erhalten. Auch dieses Verhalten sieht er als eine ganz besondere Interpretation des Demokratie-Gedankens durch Frau Stobbe an.
Die von vielen als Hinhalte-Taktik empfundene Vorgehensweise von Gerd Stobbe hält an. Der Gründer des Budo-Clubs Moers weigert sich offensichtlich, die Besetzung des neu gewählten Vorstands notariell feststellen zu lassen, damit die Eintragung im Vereinsregister erfolgen kann. Ein Mitglied des Kampfsportvereins spricht in diesem Zusammenhang von einer ganz besonderen Auslegung des Begriffs Demokratie durch den vom Ersten zum Zweiten Vorsitzenden „degradierten“ Stobbe (die RP berichtete).
So werden laut dem neuen Ersten Vorsitzenden des BCM, David Klostermann, Ort und Datum einer Vorstandssitzung, die er einberufen hat, von der Kassenwartin Roswitha Stobbe nicht akzeptiert. Klostermann vermutet, dass Stobbe nur auf Zeit spielt, denn in Kürze steht ein bedeutsames Ereignis an – Gerd Stobbes 50-jähriges Kampfsportjubiläum. Das sollte wohl am übernächsten Samstag noch tunlichst ohne große Nebengeräusche über die Bühne gebracht werden, vermutet der Schüler des „Großmeisters“.
Mitte Juni ein großes Jubiläum
Und wie spielt man auf Zeit, um möglichst lange noch – mindestens jedoch bis zum 14. Juni, dem Tag des großen Jubiläums – im Vereinsregister als Erster Vorsitzender aufzutauchen? Stobbe hat gegenüber dem beurkundenden Notariat erklärt, dass er von Vorstands-Änderungen nichts wisse. Und aus diesem Grund sei er zurzeit nicht bereit, seine Personalien mitzuteilen. Der RP liegt ein entsprechender Schriftwechsel vor. Dass es nicht nur Klostermann reicht, sich mit, wie er sagt, „derartigen Scharmützeln“ herum zu schlagen, sondern mittlerweile auch einige weitere Vorstandsmitglieder von der Stobbe‘schen Demokratie-Auslegung die Nase voll haben, hat sich bereits in der Kampfsportszene herum gesprochen.
So fragt beispielsweise ein Athlet aus Sachsen (Name ist der Redaktion bekannt) an: „Warum schmeißt man diesen Kerl nicht einfach aus dem Verein? Außer seinen Selbsthuldigungen ist doch nie etwas anderes herüber gekommen.“ Stattdessen wurde Stobbe bei der Mitgliederversammlung im März die Ehrenmitgliedschaft angetragen. Der positive Beschluss darüber fiel einstimmig aus.
Stellungnahme abgelehnt
Noch also sind die BCM-Kampfsportler ihrem „Großmeister“ offensichtlich nicht ernsthaft feindlich gesinnt. Die Geduld von immer mehr Mitgliedern des Vereins scheint jedoch, wie der RP bekannt wurde, bereits arg strapaziert zu sein. Stobbe selbst lehnte das Angebot dieser Zeitung, eine offizielle Stellungnahme abzugeben, ab. Begründung: „Das würde ja noch mehr Staub aufwirbeln.“
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