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Tennis: Da zog Hofmann seinen Hut

VON DETLEF KANTHAK - zuletzt aktualisiert: 19.06.2007

Aufsteigen, das sportliche Ziel nahezu einer jeden Mannschaft, ist ein so einfaches Unterfangen nun auch wieder nicht. Neben den gegnerischen Teams, die da nicht immer mit spielen wollen, kommen mitunter auch ganz unerwartete Probleme ins Spiel.

Damit zu kämpfen hatte auch die dritte Damenmannschaft des TC Moers 08. Diese Tennis-Auswahl, vom Verein gern als „unser Nachwuchsteam“ bezeichnet, musste am vergangenen Samstag bei der zweiten Sechs von Bayer Wuppertal antreten. Die Lage an der Spitze der 2. Verbandsliga wollte es, dass nur der Sieger dieser Partie in die 1. Verbandsliga aufsteigen würde. Und da die Moerserinnen mit 6:3 die Oberhand behielten, ist ihr Klassen-Sprung nach oben perfekt. Freilich nur mit gütiger Mithilfe und großem Entgegenkommen des Gegners.

Blinklichter ganz weit vorn

Schon zwei Stunden vor Spielbeginn um 14 Uhr setzte sich die Moerser Kolonne in ihre Autos und startete durch. „Nicht über die A 3“, hatte ihnen 08-Sportwart Stefan Hofmann noch mit auf den Weg gegeben. „Da gibt es einige Baustellen, die euch aufhalten könnten!“ Den Tipp mit der anderen Route, den der Sportwart aber parat hielt, war so wesentlich besser denn auch nicht: Statt vor Hilden stand der 08-Tross kurze Zeit später nämlich auf der A 57 vor Neuss an einer Baustelle und folglich im Schlamassel. „Wir sehen ganz weit vorn einige Blinklichter, aber es rührt sich nichts“, erhielt Hofmann bald den Hilferuf von der Autobahn, auf der nichts mehr ging.

Die Zeit wurde verdammt knapp. Die Regeln setzen nämlich voraus, dass eine Mannschaft eine Viertelstunde vor Spielbeginn am Ort des Geschehens sein muss. Ausgerechnet vor dem wichtigsten Spiel des Sommers war klar: Das können die Moerser Mädels nicht mehr schaffen! Hofmann rief schleunigst in Wuppertal an, erklärte die Geschichte und lauschte gespannt in den Hörer.

„Das Recht wäre auf Wuppertaler Seite gewesen“, wusste der Sportwart nur zu genau, und ihm war klar, dass sein Team jetzt vom guten Willen des Gegners abhängig sein würde. Und der stimmte (nach einigen Gesprächen in den Reihen) tatsächlich zu. „Kommt ruhig etwas später, wir fangen nicht ohne euch an“, wurde Hofmann mitgeteilt. Die Bayer-Auswahl verzichtete also auf einen Sieg „am grünen Tisch“ und bevorzugte stattdessen die sportliche Lösung. „Hut ab vor so viel Fairness“, betonte Hofmann ausdrücklich und freute sich gemeinsam mit den Moerser Spielerinnen über das Wuppertaler Entgegenkommen.

Das Ende vom Lied: Die Moerserinnen packten ihre (zweite) Chance beim Schopfe und durften nach dem Erfolg den Aufstieg feiern. Den Wuppertalerinnen blieb das Versprechen, dass sich Hofmann in den kommenden Tagen an seinen Schreibtisch setzen werde, um dem Tennis-Verband von dieser leider eher unüblichen sportlichen Geste zu berichten.

Quelle: RP

 
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